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An jedem Tag an der frischen Luft

An jedem Tag an der frischen Luft

Vom Konstrukteur zum Allround-handwerker: Im Ausbildungsberuf des Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikers hat man mit Technik, allerlei Materialien und den unterschiedlichsten Bauwünschen von Kunden zu tun.

Saarburg. Wer Schutz vor Hitze, Sonneneinstrahlung, aber auch Kälte braucht, freut sich über Markisen an der Terrasse, Rollos am Fenster und Schiebetore an der Garage. Dass die Konstruktion und Montage solcher Bauteile ein Handwerk ist, ist nur wenigen bekannt. Aus dem Ausbildungsberuf des Rollladen- und Jalousienbauers ist inzwischen nämlich der Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker geworden.
TV-Serie: Unbekannte Ausbildungsberufe


Klaus Eberharter aus Saarburg bildet in seinem Unternehmen diesen Beruf aus. "Wenn wir gerufen werden, gehen wir wie ein Arzt vor. Wir schauen uns erst das ganze Gebäude an und bieten dem Kunden nicht ein einzelnes Produkt, sondern eine Lösung für seine Bedürfnisse an", sagt der Firmenchef, der den Betrieb mit den neun Mitarbeitern vor 20 Jahren gegründet hat. Ziel sei es, den Kunden zufriedenzustellen und seine Erwartungen - wenn möglich - gar zu übertreffen.
Die meisten Aufträge kommen bei Eberharter aus der Gastronomie, aber auch Einfamilienhäuser und gewerbliche Objekte wie Industriehallen oder Bankhäuser in der Region und in Luxemburg werden mit Rolltoren, Klappläden, Jalousien, Markisen, Fenstern, Stores oder Schallschutz ausgestattet. "An Möglichkeiten gibt es keine Grenzen", sagt Eberharter. Ob Beleuchtung, automatische Steuerung per Handy oder Wärmestrahler: Viele Gebäudeteile ließen sich um technische Zusatzfunktionen erweitern - "etwas, das es vor 20 Jahren noch gar nicht gab".
So hat sich der Beruf gewandelt, ist technischer geworden, bereichert um gestiegene Ansprüche der Kunden. "Mir macht der Beruf deshalb so viel Spaß, weil ich jeden Tag an der frischen Luft bin und jeder Tag anders verläuft", sagt Christoph Dötsch, Auszubildender im dritten Lehrjahr im Beruf des Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikers. Der 19-Jährige aus Kastel-Staadt hat über einen Kollegen von dem Beruf erfahren, sich die Tätigkeit zunächst in einem Praktikum angeschaut, Berufsbild und Betriebsklima kennengelernt - und dann bei Klaus Eberharter eine Bewerbung eingereicht. "Unsere Mitarbeiter brauchen Ordnungssinn, Sachverstand, Materialkunde - und müssen mitdenken", sagt der Firmenchef. Wer Team-Spieler sei und eine Fremdsprache spreche, habe auch in diesem Sommer noch gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle. "Man muss nicht zwangsläufig gute Noten haben", versichert Eberharter. Jedenfalls biete der Beruf viele Chancen. "Wer sich in der Ausbildung clever anstellt, zuhört und wissbegierig ist, der wird mit dem Beruf des Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikers zum Allrounder am Bau", ist er überzeugt.
Die Chancen auch auf Weiterbeschäftigung in der Branche sind deshalb groß. Eberharter hat bereits mehrere Azubis übernommen, denn die Auftragslage sei gut, versichert er. Etwas, das Manfred Kurz vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur mit Standort Saarburg bestätigt. "In der Region gibt es vor allem kleine und mittlere Betriebe. Hier werden die Geschäfte gemacht", sagt er. Je ansprechender ein Mitarbeiter seinen Beruf präsentiere, desto positiver schlage sich dies auch bei den Kunden und folglich für den Arbeitgeber nieder, sagt Kurz.Extra

Ausbildungsvergütung: 1. Lehrjahr: 419 bis 560 Euro 2. Lehrjahr: 480 bis 630 Euro 3. Lehrjahr: 583 bis 744 Euro In der Region Trier bilden laut der Handwerkskammer Trier sieben Betriebe für den Beruf des Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikers aus. Die Berufsschule ist in Pirmasens, die Theorie wird deshalb in Modulen gelehrt. Dort gibt es für Azubis auch eine Unterkunft. Da die Einsatzgebiete der Experten für Wärmeschutz, Wind- und Regenschutz, Schallschutz und Verdunkelung vielfältig sind, kommen Handwerk und Industrie als Arbeitgeber infrage. sas