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Anstieg bei Pleiten in Luxemburg

Anstieg bei Pleiten in Luxemburg

In Luxemburg mussten im ersten Halbjahr mehr als 400 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das ist ein leichter Anstieg im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2014. Am stärksten betroffen ist die Dienstleistungsbranche.

Luxemburg. Traditionell hat die Wirtschaftsauskunftei Creditreform Luxemburg die Konkurszahlen für das erste Halbjahr für Luxemburg ermittelt. Herbert Eberhard, Chef von Creditreform Luxemburg: "Mit 410 Firmenpleiten im ersten Halbjahr steigt die Anzahl der Konkurse in Luxemburg im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2014 nur leicht. Wir haben einen moderaten Anstieg von 3,02 Prozent verzeichnet. Der europäische Trend zeigt allerdings eine sinkende Tendenz.
Dienstleister betroffen


Am stärksten betroffen sei, wie im Vorjahr, die Dienstleistungsbranche, die 53,41 Prozent des gesamten Konkursgeschehens ausmacht. 219 Konkurse im Dienstleistungssektor bedeuten gegenüber 2014 mit 220 Pleiten fast einen Gleichstand. Der Konkurs des Gebäudereinigers "Tesal S.àr.l." aus Luxemburg stach besonders hervor. Der Dienstleister war mit etwa 60 Mitarbeitern vor der "Pragma Consult SA" aus Bartringen (Informatik, etwa 43 Mitarbeiter) trauriger Spitzenreiter.
Die Konkurse in der Baubranche legten hingegen markant zu. Insgesamt waren im Bausektor 55 Firmenpleiten zu vermelden gegenüber 33 im Vorjahr. Dies ist ein Anstieg von 66,67 Prozent. Im direkten Vergleich wurde damit die Konkursanzahl von 2013 wieder erreicht. Als Spitzenreiter verloren 92 Mitarbeiter bei der "OR TP SA", aus Esch/Alzette ihren Arbeitsplatz, gefolgt von der "Heirens S.àr.l." aus Gilsdorf, bei der 47 Mitarbeiter entlassen wurden.
Erneut sind die wenigsten von einem Konkurs betroffenen Unternehmen dem produzierenden Gewerbe zuzuordnen. Knapp ein Prozent (Vorjahr: 1,51 Prozent) am Gesamtkonkursgeschehen in Luxemburg entfallen auf diesen Sektor.
Die Anzahl der in Konkurs gegangenen Unternehmen mit einem Alter von über fünf Jahren ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der prozentuale Anteil an den gesamten Konkursen der Firmen mit einem Alter von über fünf Jahren erhöhte sich von 59,30 Prozent auf 69,27 Prozent.
Die seit Jahren anhaltende Sonderentwicklung in Luxemburg, dass überwiegend ältere Firmen in Konkurs gehen, ist im Gegensatz zum Vorjahr, wieder auffallend. "Es bleibt abzuwarten, ob dieser Trend sich auch im zweiten Halbjahr fortsetzt", sagt Eberhard. hw