Jobsuche: Arbeitslosenquote in der Region zieht an

Jobsuche : Arbeitslosenquote in der Region zieht an

Der Winter verschärft die Lage am regionalen Arbeitsmarkt: Mit Eis, Kälte und Schnee steigt die Zahl der Menschen, die einen Job suchen. Im Januar sind das in der Region erstmals wieder über 10 000.

Der Winter bremst Jahr für Jahr positive Entwicklungen am Arbeitsmarkt aus. Das ist auch in diesem Januar nicht anders. Die Experten sprechen von saisonalen Effekten: So ist die Zahl der Arbeitslosen in den vergangenen vier Wochen deutlich gestiegen und hat die Marke von 10.000 überschritten. Derzeit sind im Bezirk der Agentur für Arbeit Trier – der die Stadt Trier und die vier Landkreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm und Vulkaneifel umfasst – 10 546 Menschen ohne Job gemeldet. Das sind gut 1400 mehr als im Dezember. Die Quote kletterte innerhalb des vergangenen Monats um 0,5 Prozentpunkte nach oben und liegt jetzt bei 3,6 Prozent. Insgesamt ist die Lage dennoch minimal besser als vor einem Jahr: Damals lag die Quote noch 0,1 Prozentpunkte höher, das waren 227 Jobsuchende mehr.

Keine überraschende Entwicklung für den Leiter der Agentur für Arbeit Trier, Heribert Wilhelmi: „Der Arbeitsmarkt reagiert auf saisonale Einflüsse. Dies schlägt besonders zum Jahresbeginn zu Buche, wenn das Weihnachtsgeschäft in Gastronomie und Einzelhandel vorüber ist und bei schlechtem Wetter im Freien nicht gearbeitet werden kann. Demenentsprechend ist es nicht verwunderlich, dass sich in den vergangenen Wochen vermehrt Menschen aus den Bauberufen, Fahrzeugführer, Verkäufer und Beschäftigte aus der Gastronomie arbeitslos gemeldet haben.“

Die Statistik spiegelt den Saisoneffekt deutlich wider: Ein Großteil der 3884 neu registrierten Arbeitslosen war zuvor erwerbstätig. Die Arbeitslosigkeit ist in den letzten vier Wochen insbesondere unter den Arbeitssuchenden der Agentur für Arbeit gestiegen (ein Plus von 1168 Personen) – das heißt bei den Menschen, die in der Regel erst wenige Wochen oder Monate arbeitslos sind und zuvor auf Grund ihrer beruflichen Tätigkeit Anspruch auf Arbeitslosengeld erworben haben. Menschen, die länger arbeitslos sind und von den Jobcentern betreut sind, sind weniger stark von den saisonalen Effekten betroffen. Deren Zahl stieg um 238

Ein wenig ist aber auch die Dynamik am Stellenmarkt im Winter eingefroren: Die Betriebe meldeten dem Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Jobcentern 724 neue Stellenangebote. Das ist ein Minus von 333 im Vergleich zum Vormonat und 363 im Vergleich zum Vorjahr. Die Gesamtzahl der freien Jobs in der Region Trier hält sich mit 4684 Ausschreibungen dennoch auf einem stabilen Niveau.

Die Situation im Land ist ähnlich:  Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Januar 103 200 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Dies waren 10 500 mehr als vier Wochen zuvor. Gegenüber Januar 2018 ist die Arbeitslosigkeit um 4500 gesunken. Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 4,6 Prozent. Im Dezember betrug sie 4,1 Prozent und im Januar 2018 4,9 Prozent.

„Überwiegend aus saisonalen Gründen ist die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz in diesem Monat gestiegen. Da in den witterungsabhängigen Branchen in den Wintermonaten weniger gearbeitet wird, hat sich insbesondere die Zahl der arbeitslosen Männer erhöht“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Mit Blick auf die Januarmonate der vergangenen Jahre ist diese Entwicklung nicht besorgniserregend. Geringer war die Arbeitslosenzahl zuletzt im Januar 1992.“

Mehr von Volksfreund