Arbeitslosenzahl in der Region Trier sinkt auf Rekordtief.

Beschäftigung : Die besten Zahlen seit der Wiedervereinigung

Der regionale Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Wochen sehr gut entwickelt. Die Arbeitsagentur vermeldet die erfreulichsten Zahlen seit der Wiedervereinigung.

Die Arbeitslosigkeit in der Region Trier sinkt weiter. Seit März ging die Zahl der Arbeitslosen im April um 515 Personen auf 9391 zurück. Dies ist ein Rückgang um 5,2 Prozent. Damit hat sich die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent verringert.

Diese saisonalen Effekte lassen sich immer im Frühjahr erkennen. Doch diesmal fällt die Wirkung  besonders deutlich aus: Die Arbeitslosigkeit hat in diesem Monat einen Tiefstand seit der Wiedervereinigung beziehungsweise dem Beginn der Statistikaufzeichnungen erreicht, denn in keinem April dieses Zeitraums war die Arbeitslosigkeit so gering wie zurzeit.

Für den Chef der Agentur für Arbeit Trier, Heribert Wilhelmi, kommt diese erfreuliche Entwicklung allerdings nicht überraschend. Wilhelmi: „Mehr als ein Viertel der Arbeitslosen, die eine Beschäftigung in den Berufen der Tourismus-, Hotel und Gaststättenbranche suchten, haben im April ihre Arbeitslosigkeit beendet.“ Auch in den Bauberufen oder in der Landwirtschaft und dem Gartenbau hätten viele Arbeitslose eine Stelle gefunden, so der Agentur-Chef. „Selbst wenn Saisonarbeit oft Helfertätigkeiten für ungelernte Arbeitnehmer sind, lässt sich im Moment feststellen, dass insbesondere Personen mit einer Berufsausbildung ihre Arbeitslosigkeit beenden“, ist Heribert Wilhelmi positiv gestimmt. Weiterhin auf hohem Niveau ist das Angebot an freien Stellen in der Region.

Die Arbeitsagentur Trier hat positive Zahlen für den April präsentiert. Foto: Friedemann Vetter. Foto: friedemann vetter (ve._), Friedemann Vetter

Rund 5200 Stellen sind zu besetzen. Allein im März hat sich die Zahl der Stellenangebote um über 300 erhöht. Dabei ragen einige Bereiche heraus: Die meisten Stellenausschreibungen gibt es in der Zeitarbeit mit 1261 Angeboten, im verarbeitenden Gewerbe mit 674 freien Jobs und im Handel mit 597 Angeboten. „Gerade in der Zeitarbeit ist die Fluktuation besonders hoch“, ergänzt Heribert Wilhelmi.

Wie intensiv die Wirtschaft Kräfte sucht, zeigt auch ein anderer Wert. Im April gelang es den Betrieben der Region wieder, die Arbeitsstellen schneller zu besetzen als in den letzten Monaten: Sie waren durchschnittlich nach etwa 22 Wochen erfolgreich. Im März dauerte es noch eine Woche länger, bis ein passender Kandidat gefunden wurde.

Einen besonderen Blick auf die Arbeitsmarktentwicklung verdient der Landkreis Bernkastel-Wittlich, in dem der Tourismus eine gewichtige Rolle spielt: Mit genau 1873 Menschen waren 345 Frauen und Männer weniger arbeitslos als Ende März. Damit ist die Arbeitslosenquote um 0,5 Prozentpunkte auf drei Prozent gesunken. Zwar mussten sich 581 Beschäftigte arbeitslos melden, doch gleichzeitig fanden 926 Arbeitssuchende einen Job.

Die niedrigste Arbeitslosenquote vermeldet der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit 2,4 Prozent (-0,2) und der Kreis Trier-Saarburg mit 2,5 Prozent (-0,1).

Ebenso positiv ist die Entwicklung im Land: In den vergangenen vier Wochen ist die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz erneut gesunken. Zuletzt war die Arbeitslosigkeit im April im Jahr 1992 geringer. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag unverändert über dem Vorjahreswert.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im April 96 100 Personen arbeitslos. Das waren 3000 oder drei Prozent weniger als vier Wochen zuvor.

Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 4,3 Prozent. Im März betrug sie 4,4 Prozent und im April 2018 4,6 Prozent. „Erneut sorgte die saisonübliche Frühjahrsbelebung für einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen“, erklärt auch Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, die positive Entwicklung. „Auch für die restlichen Monate des Jahres rechne ich mit einem stabilen Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz. Diese Tendenz wird auch durch die aktuelle Prognose unseres Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung unterstützt.“

Die Zahl der Arbeitslosen im Bund ist im April auf 2,229 Millionen gesunken. Das ist der niedrigste Wert für diesen Monat seit der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Im Vergleich zum März nahm die Zahl der Jobsucher um 72 000 ab, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte.

„Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt weiter zu, und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau“, sagte Detlef Scheele, Chef der Bundesagentur für Arbeit.

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