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Arbeitslosenzahlen in der Region Trier im Juli leicht gestiegen

Arbeitsmarkt : Wieso die Arbeitslosenzahlen in der Region steigen

Ein wenig erinnern die Arbeitslosenzahlen in diesen Monaten an eine Wundertüte. Im Juni überraschte der regionale Arbeitsmarkt mit sinkenden Arbeitslosenzahlen – im Juli schlägt das Pendel in die andere Richtung aus. Wie ist das zu erklären?

Viele junge Menschen beenden im Sommer die Schule oder schließen ihre Ausbildung ab. Nicht immer ist der Übergang in den Job dann so leicht. In Corona-Zeiten gilt das in besonderem Maße und so ist es nicht verwunderlich, dass in der Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen die Arbeitslosenzahl im Juli hochgeschnellt ist. Das trägt seinen Teil dazu bei, dass die Juli-Zahlen insgesamt angestiegen sind. 12 928 Menschen suchen derzeit in der Region einen Job, das sind 275 Menschen mehr als noch im Juni.

Der Blick auf das vergangene Jahr zeigt die dramatische Entwicklung. Im Juli 2019 waren es fast 3200 arbeitslose Menschen weniger in der Region.

Der Chef der Arbeitsagentur Trier, Heribert Wilhelmi: „Saisonbedingt ist in den Sommermonaten, insbesondere in den Sommerferien, immer eine Zunahme der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen“, sagt Wilhelmi und erklärt, wie der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit damit zusammenhängt: „Einerseits beenden viele junge Menschen in diesen Wochen die Schule oder die Ausbildung. Andererseits warten viele Unternehmen mit den Neueinstellungen bis zum Ende der Sommerferien oder coronabedingt in diesem Jahr noch länger. Entsprechend wächst die Zahl der unter 25-Jährigen, die sich nach Abschluss einer Ausbildung und fehlender oder verzögerter Anschlussbeschäftigung arbeitslos melden müssen.“

Bestätigt wird diese Einstellung durch einen Blick auf die Ausbildungsplatzsituation in der Region. Dabei sind die Ausbildungsbetriebe durchaus bereit, Nachwuchs einzustellen, wie Wilhelmi herausarbeitet. 4123 Stellen haben die Betriebe gemeldet. Das sind 116 mehr als im Juni. Und wer als Jugendlicher noch auf den Ausbildungszug aufspringen möchte, hat beste Chancen, denn es sind fast noch 1800 freie Lehrstellen zu besetzen. Die meisten Angebote gibt es im Bereich der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung, beispielsweise für Berufe der Energietechnik oder des Metallbaus, gefolgt von Berufen im kaufmännischen Bereich, dem Handel, Vertrieb oder Tourismus. Doch schon jetzt ist klar, die Wirtschaft wird viele Lehrstellen nicht besetzen können.

Denn auf der Bewerberseite sieht die Lage ganz anders aus. Gut 2600 junge Menschen sind der Arbeitsagentur gemeldet, aber nur noch 690 sind derzeit unversorgt. Um jedem Bewerber eine Stelle anzubieten, rät Wilhelmi zur Kontaktaufnahme bei den Experten der Arbeitsagentur. „Dort können der passende Ausbildungsberuf und die passende Stelle ermittelt werden.“ Auch eine zweite Gruppe ist in den vergangenen Wochen besonders von einem Jobverlust betroffen.

Dass die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Juli überproportional viele Frauen betrifft, führt Heribert Wilhelmi auf vermehrte Entlassungen besonders in den Branchen zurück, in denen Frauen stark vertreten sind. Am stärksten stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber Juni im Bereich Erziehung, soziale und hauswirtschaftliche Berufe, gefolgt von medizinischen Gesundheits- und Verkaufsberufen.

Von den 275 Menschen, die im Juli mehr arbeitslos gemeldet sind  als ein Monat zuvor sind 234 Frauen. Auf der anderen Seite ist die Entwicklung bei neu gemeldeten Stellenangeboten positiv. Derzeit liegen der Arbeitsagentur noch fast 3700 Stellenmeldungen vor, dieser Bestand hat sich im Juli um 1,2 Prozent erhöht. Die meisten Stellenausschreibungen gibt es in der Zeitarbeit mit 914 Angeboten, im Verarbeitenden Gewerbe mit 493 freien Jobs und im Handel mit 441 Angeboten.