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Arbeitsmarkt
Arbeitslosigkeit auf Rekordtief

FOTO: TV / Schmitz, Alexandra
Trier . Gute Zahlen von der Arbeitsagentur: Im September suchen lediglich 8661 Menschen in der Region eine Arbeitsstelle. Das ist ein Rekordtief. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 3,0 Prozent. Von Heribert Waschbüsch
Heribert Waschbüsch

Einen schöneren Einstieg hätte sich Stefanie Adam sicher nicht wünschen können. Die gebürtige Prümerin konnte zum Einstieg als neue operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Trier die Septemberzahlen präsentieren. Und die sind aus Agentursicht hervorragend: „Noch nie seit der Wiedervereinigung war die Arbeitslosigkeit in der Region Trier so niedrig wie im September“, verkündet Stefanie Adam. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist in den vergangenen vier Wochen kräftig gesunken, von 9098 auf 8661. Damit fällt auch die Arbeitslosenquote auf glatte drei Prozent – so gut war die Situation in der Region nie zuvor. Die gute Lage am Arbeitsmarkt hat einen schlichten Grund. Die Wirtschaft in der Region brummt. In der Region sind derzeit rund 175 000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Doch die Unternehmen suchen weiter nach Mitarbeitern. Aktuell könnte die Arbeitsagentur weitere 5170 Stellen besetzen. „Arbeitgeber nahezu aller Branchen suchen nach qualifizierten Fachkräften“, sagt Stefanie Adam. Mit Blick in die Statistik lassen sich auch die Branchen aufführen, die die größte Not anzeigen. Zeitarbeitsfirmen haben gegenwärtig mit 1275 offenen Stellen den größten Arbeitskräftebedarf. Das verarbeitende Gewerbe meldet 807 freie Jobs, und der Handel könnte 618 Stellen besetzen. Das Gastgewerbe folgt mit 514 Stellenangeboten, und aus dem Gesundheits- und Sozialwesen liegen der Arbeitsagentur aktuell 374 Stellenausschreibungen vor.

Um auf der einen Seite der Wirtschaft Fachkräfte anbieten zu können und Jobsuchende in Arbeit zu bringen, sei die Qualifikation der wichtigste Hebel. Hier sieht auch die neue Geschäftsführerin der Arbeitsagentur die größte Herausforderung: „Knapp die Hälfte der 8661 arbeitslosen Menschen verfügt über keine abgeschlossene Berufsausbildung. 78 Prozent der ausgeschriebenen Stellen umfassen jedoch ein Anforderungsprofil, das mindestens auf Fachkräfteniveau liegt. Mit einer Qualifizierungsoffensive wollen wir die arbeitsuchenden Menschen fit für die Anforderungen des Arbeitsmarktes machen. Vor allem Geringqualifizierte erhalten Weiterbildungsangebote, je nach Situation bis hin zum Ausbildungsabschluss.“

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt die Agentur für Arbeit auf ein gutes Zusammenspiel mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

Positive Entwicklung im Land: Die Zahl der Arbeitslosen in Rheinland-Pfalz ist im September auf den niedrigsten Wert in diesem Monat seit 1992. 94 400 Menschen waren erwerbslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur mitteilte. Das sind 4,7 Prozent weniger als im August und 6,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. In Rheinland-Pfalz fiel die Arbeitslosenquote auf 4,2 Prozent.

So sieht es im Bund aus: Mit dem Herbstbeginn ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im September auf 2,256 Millionen Menschen zurückgegangen. Das ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 1991. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf fünf Prozent.