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Arbeitslosigkeit geht im September nur leicht zurück

Arbeitsmarkt : Herbstbelebung fällt diesmal schwächer aus

Der Arbeitsmarkt in der Region Trier hat die vergangenen  schwierigen Monate durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg bisher gut überstanden. Auch jetzt ist er noch stabil, doch es zeigen sich erste „Bremsspuren“.

Nach den Ferienmonaten setzt am Arbeitsmarkt traditionell ein Aufschwung ein. Im September erwarten die Experten die sogenannte Herbstbelebung mit mehr Beschäftigten. Auch der September 2022 steht in dieser Reihe: Die Zahl der arbeitslosen Menschen an Mosel, in Eifel und Hunsrück ist von August auf September um 411 Personen gesunken. 10.285 Frauen und Männer in der Region Trier befinden sich aktuell auf Jobsuche. Die operative Geschäftsführerin der ArbeitsagenturTrier, Stefanie Adam erklärt: „Während in den Sommerferien häufig mehr Arbeitslose zu verzeichnen sind, weil Arbeitsverträge zur Jahresmitte auslaufen, Ausbildungsabsolventen nach ihrer Prüfung nicht direkt eine Anschlussbeschäftigung finden oder Bewerbungsverfahren bei Unternehmen durch die Urlaubszeit ins Stocken geraten, nehmen nach den Sommerferien Einstellungsprozesse wieder an Fahrt auf.“ So hätten im vergangenen Monat 1164 zuvor arbeitslose Menschen einen neuen Job gefunden. Das entspricht einem Plus von 57 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Besser als im Vormonat, schlechter als im Vorjahr: Jedoch fällt in diesem Jahr die Herbstbelebung etwas niedriger aus als im September 2021. 286 Menschen mehr als im vergangenen Jahr sind aktuell arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahr steigt von 3,4 auf 3,5 Prozent. Der herbstliche Aufschwung am Arbeitsmarkt wird durch zwei Faktoren beeinflusst. Zum einen durch die seit Juni stattfindende Meldung ukrainischer Geflüchteter in den Jobcentern. Dort können sie Grundsicherungsleistungen erhalten und werden damit auch in der Arbeitslosenstatistik erfasst. Aktuell sind in der Region 1009 Ukrainerinnen und Ukrainer als Arbeitslose registriert. Zum anderen geht seit drei Monaten die Zahl der neuen Stellenausschreibungen zurück. Im September wurden 764 Stellenangebote gemeldet, das sind 312 weniger als im August. Damit sinkt die Zahl der Stellenangebote insgesamt zum ersten Mal in diesem Jahr unter das Niveau des Vormonats.

Doch für Jobsuchende ist die Lage immer noch gut, wie Stefanie Adam betont: „Trotz dieser momentanen Entwicklung, liegt die Zahl der Stellenangebote mit 6840 freien Jobs in der Region Trier nach wie vor deutlich über dem Niveau des Vorjahres sowie der Zeit vor der Pandemie. Im Jahresverlauf haben wir bisher immer wieder neue Rekordzahlen beim Stellenbestand vermeldet. Das treibende Personalthema in den Unternehmen ist und bleibt die Fachkräftesicherung und -gewinnung bei immer größer werdenden Engpässen.“