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Arbeitsmarkt im Sommerloch: Zum Ferienende nochmals mehr Menschen ohne Job als im Vormonat

Arbeitsmarkt im Sommerloch: Zum Ferienende nochmals mehr Menschen ohne Job als im Vormonat

Kehrseite des Sommermonats August: Die Zahl der Arbeitslosen steigt bundesweit, aber auch in der Region Trier, regelmäßig an – weil in vielen Unternehmen der Betrieb auf Sparflamme läuft und viele Schulabgänger sich arbeitslos melden. Für September rechnen Experten wieder mit einer besseren Entwicklung.

Die Ferienzeit schlägt sich auf dem regionalen Arbeitsmarkt nieder. Die Arbeitslosenquote steigt im August erneut leicht an und liegt aktuell bei 3,9 Prozent. Insgesamt 11.139 Menschen sind aktuell in der Region Trier arbeitslos gemeldet, 583 Personen mehr als im Vormonat, allerdings 522 weniger noch als im August des Vorjahres.

Die gute Nachricht: 1031 Männer und Frauen haben in den letzten vier Wochen wieder eine neue Stelle gefunden. Ähnliche Bewegungen gibt es auch landes- und bundesweit: In Rheinland-Pfalz sind insgesamt 114.500 Menschen ohne Job (Quote: 5,3 Prozent), im Bund sind es 2,796 Millionen Arbeitslose (Quote: 6,4 Prozent)

Für Heribert Wilhelmi, Chef der Arbeitsagentur Trier, ist diese Entwicklung saisonal bedingt: "Der Arbeitsmarkt steckt eine Woche vor dem Ende der Schulferien wie erwartet im Sommerloch. Ursächlich hierfür sind die späten Sommerferien und die jungen Menschen, die sich nach ihrem Ausbildungsende arbeitslos melden."

Anstieg geringer als im Vorjahr

Weil viele Ausbildungsverhältnisse endeten, ist demnach vor allem die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen gestiegen, um 269 Personen oder 20,1 Prozent. Insgesamt sind derzeit 1606 junge Menschen unter 25 Jahren ohne Beschäftigung.

Aus den aktuellen Zahlen lassen sich laut dem Agenturchef jedoch auch positive Schlüsse ziehen: "Insgesamt fällt der saisonal bedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr niedriger aus als in den Jahren zuvor", ist Wilhelmi zufrieden.

Die Unternehmen in der Stadt Trier und den vier Landkreisen haben der Trierer Arbeitsagentur in den letzten vier Wochen insgesamt 1215 vakante Stellen gemeldet. Jobsuchende können aktuell aus einem Pool von 3850 Stellen wählen: Vor allem das Verarbeitende Gewerbe sucht nach passenden Fachkräften und bietet derzeit 469 Jobangebote, es folgt das Gastgewerbe mit 440 offenen Stellen, der Handel mit 394 Jobangeboten und der Gesundheits- und Sozialwesen mit 334 freien Arbeitsplätzen. Über regionale Zeitarbeitsunternehmen sind weitere 1097 Stellen zu besetzen.

Beim Blick auf die beiden Rechtskreise, die die Arbeitslosigkeit regeln, ergibt sich folgendes Bild: Die Arbeitslosigkeit steigt bei denjenigen, die noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind, im August um 573 auf nun 5459 Personen angestiegen.

Im Vorjahresmonat waren hier noch 380 Männer und Frauen mehr arbeitslos gemeldet. Bei den Hartz-IV Empfängern, die vom Jobcenter betreut werden und in der Regel auf Grundsicherung angewiesen sind, steigt die Arbeitslosigkeit leicht um zehn auf 5680 Menschen. Im Vergleich zum Vorjahr sind 142 Menschen weniger gemeldet.

Extra
In Luxemburg ging die Zahl der Arbeitslosen zuletzt zurück. Im Monat Juli (die aktuellen Daten für August liegen noch nicht vor) gab es 17.536 Menschen ohne Job im Großherzogtum. Die Quote ging um 0,4 auf 6,9 Prozent zurück. Rückgänge gab es vor allem in de den Altersgruppen unter 30, 30 bis 39 und 40 bis 49 Jahre. sas