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Arbeitsmarkt
Arbeitsmarkt macht Ferien

Trier. Im Urlaubsmonat Juli hat auch der regionale Arbeitsmarkt an Dynamik verloren. Die Arbeitslosenquote steigt in Bund, Land und Region. In der Region Trier suchen aktuell 9500 Menschen einen Job. Von Heribert Waschbüsch
Heribert Waschbüsch

Die heißen Sommermonate sorgen auch bei den Arbeitslosenzahlen nur noch für ein laues Lüftchen. Im Bund ist die Zahl der Arbeitslosen leicht gestiegen auf 2,325 Millionen. Doch im langfristigen Vergleich ist die Situation insgesamt sehr gut.

Bundesweit ist das sogar der niedrigste Wert in diesem Monat seit der Wiedervereinigung. Im Vergleich zum Vormonat gab es 49 000 Jobsucher mehr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 5,1 Prozent.

Und auch im Land ist die gleiche Bewegung zu erkennen: Erstmals seit Februar ist die Zahl der Arbeitslosen in Rheinland-Pfalz wieder gestiegen. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte, waren im Juli rund 101 600 Menschen in Rheinland-Pfalz arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote kletterte von 4,4 Prozent im Juni leicht auf 4,5 Prozent. Doch vor einem Jahr lag sie noch bei 4,9 Prozent und damit deutlich höher.

Die Lage in der Region Trier ist indes weiter besser als in Bund und Land: Die Arbeitslosenquote steigt zwar auch hier um 0,2 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent. „Auch in den Unternehmen herrscht Urlaubszeit. Neueinstellungen werden in den Sommerferien seltener vorgenommen, Ausbildungsabsolventen warten auf ihre erste Beschäftigung als Fachkraft“, erklärt Heribert Wilhelmi von der Agentur für Arbeit Trier das alljährlich wiederkehrende Phänomen. Und trotzdem: Die positive Arbeitsmarktentwicklung bricht weiterhin Rekorde. „Seit der Wiedervereinigung war die Zahl der Arbeitslosen in keinem Juli so niedrig wie in diesem Jahr“, so Wilhelmi. 9 541 Frauen und Männer befinden sich auf Jobsuche. Das sind 1096 weniger als im Juli des vergangenen Jahres.

Einige Gründe: Viele junge Leute beenden in diesen Wochen ihre Ausbildung oder verlassen die Schule. Werden Sie nicht direkt von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen beziehungsweise steigen sie nicht nahtlos in eine Ausbildung oder ein Studium ein, werden sie arbeitslos. Doch die Aussichten für die kommenden Wochen und Monate sind durchaus positiv. Knapp 5000 Stellen sind derzeit offen. Heribert Wilhelmi: „Allein in den letzten vier Wochen sind 1357 neue Stellenangebote hinzugekommen.“ Einzelne Branchen heben sich hier noch hervor. Besonders hoch ist die Nachfrage im verarbeitenden Gewerbe. Über 700 Stellen könnten hier besetzt werden. Auch der Handel sucht nach Verstärkung und meldet 610 freie Stellen. Auf den weiteren Plätzen folgen laut Arbeitsagentur das Gastgewerbe in der Region mit 543 Job-Offerten, das Gesundheits- und Sozialwesen mit knapp 400 Stellenangeboten und das Baugewerbe mit etwa 350.