Arbeitsmarkt: Vier-Prozent-Marke geknackt

Arbeitsmarkt: Vier-Prozent-Marke geknackt

Zum ersten Mal in diesem Jahr ist die Arbeitslosenquote im Mai unter die Vier-Prozent-Marke gefallen. Hinter den 3,9 Prozent stehen genau 10 891 Menschen in der Region, die eine Arbeitsstelle suchen.

Trier. Trotz des starken Regens und für den Mai ungewöhnlich kühler Temperaturen haben die vergangenen Wochen dem regionalen Arbeitsmarkt eine Frühjahrsbelebung beschert. Gegenüber dem Vormonat sind fast 650 Menschen weniger bei der Arbeitsagentur gemeldet. "Damit setzt sich die saisonübliche Entwicklung am Arbeitsmarkt fort", resümiert die Arbeitsagentur Trier.
Differenzierte Bild


Doch die Experten schauen genauer hin und geben ein differenziertes Bild: Die Chancen, in der Region Trier einen Arbeitsplatz zu finden, stehen nicht mehr so gut wie noch vor einem Jahr, heißt es im Mai-Bericht. Vor einem Jahr hatten die arbeitslosen Menschen noch Chancen, in fast 3000 freie Jobs vermittelt zu werden, in diesen Tagen sind noch 2600 freie Stellen gemeldet. Am stärksten zurückgegangen ist das Angebot an offenen Stellen in der Zeitarbeit, im Baugewerbe, im Einzel- und Großhandel sowie im Gastgewerbe.
Ähnlicher Trend im Land


"Dass die Nachfrage insbesondere bei den Unternehmen der Zeitarbeit abnimmt, merken wir bereits seit Ende letzten Jahres. Das ist für uns natürlich ein Fühler für die Entwicklungen am Arbeitsmarkt," beschreibt Edeltraud Nikodemus, operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit, die Situation. Dieser Trend zeigt sich auch landesweit. Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz/Saarland waren im Mai im Land knapp 115 600 Frauen und Männer arbeitslos, 3000 oder 2,5 Prozent weniger als vier Wochen zuvor. In den meisten Jahren zuvor hatte sich die Arbeitslosigkeit im Mai sehr viel stärker abgebaut.
Kein Grund zur Panik


Die Arbeitslosenquote ist zum April von 5,6 auf 5,4 Prozentpunkte gesunken. Der regionale Arbeitsmarkt ist nach Einschätzung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland noch immer recht stabil. Wegen der Unsicherheiten über die weitere konjunkturelle Entwicklung fehle derzeit aber der nötige Schwung. Daher sei die übliche Frühjahrsbelebung bisher auch nur sehr verhalten ausgefallen. Für den Bereich Trier bleibt die Geschäftsführerin der Arbeitsagentur dennoch recht optimistisch. "Der Rückgang bei den Stellenmeldungen ist jedoch kein Grund, nervös zu werden. Die hohe Nachfrage aus dem Jahr 2011 und zu Beginn des Jahres 2012 flacht ab und pendelt sich nun auf einem etwas niedrigeren Niveau ein", sagt sie.

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