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Arend: In Schieflage geratenes Wittlicher Unternehmen gerettet

Insolvenzen : Geheim gehaltener Investor rettet Wittlicher Unternehmen Arend: Was ist mit Standort und Arbeitsplätzen?

Wegbrechende Aufträge und steigende Energiepreise haben das Wittlicher Unternehmen Arend Prozessautomation in Schieflage gebracht. Jetzt ist ein Investor gefunden. Um den Namen wird noch Geheimniskrämerei betrieben.

Aufatmen kurz vor Weihnachten: Der in finanzielle Schieflage geratene Wittlicher Spezialist für Schalt- und Steuerungstechnik, die Firma Arend Prozessautomation, ist gerettet. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Ingo Grünewald wurde ein Investor gefunden, der das Unternehmen übernimmt.

„Der Standort und die rund 50 Arbeitsplätze bleiben erhalten“, sagte der Trierer Sanierungsexperte am Freitag unserer Redaktion.

Welches Unternehmen Arend gekauft hat, wollte Grünewald zunächst nicht sagen. In dem Punkt sei Stillschweigen vereinbart worden. Es handele sich aber um einen großen europäischen Industriekonzern. Nach Angaben des Trierer Sanierungsexperten hat es für Arend mehrere Interessenten gegeben. Der jetzige Verkauf sein „ein super Deal“ gewesen – auch für die Gläubiger und Mitarbeiter des Unternehmens.

Die 1987 gegründete Wittlicher Firma war in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich gewachsen. Nach eigenen Angaben zählt die Firma zu den führenden Anbietern für die Entwicklung und Fertigung von elektronischen Anlagen im Bereich der Schalt-, Steuerungs-, Mess- und Regelungstechnik. Für dieses Jahr war ein Umsatz von 6,1 Millionen Euro angepeilt.

Die Zukunftspläne waren ehrgeizig. Wie der kaufmännische Leiter, Matthias Haas, unserer Redaktion erst im Februar sagte, sollte der Umsatz der Arend-Gruppe bis zum Jahr 2025 auf 22 Millionen Euro steigen. Um die Expansionspläne zu verwirklichen, wollte man an die Börse gehen.

Arend-Geschäftsführer Axel Haas hatte im Oktober zu den Gründen der finanziellen Schieflage gesagt, dass mehrere Kunden ihre Aufträge reduziert hätten. Daneben hätten Energiepreiserhöhungen und die anhaltende Halbleiterkrise die Situation noch verschärft.

Nach dem Arend-Verkauf soll Axel Haas dem Unternehmen noch als Berater zur Seite stehen, sagte Grünewald unserer Redaktion. An der Sanierung und Suche nach Investoren seien auch die Trierer Mentor AG und Sanierungsexperte Benedikt M. Garçon beteiligt gewesen.

Noch keine Lösung gibt es derweil für die Arend-Tochtergesellschaft Arendar IT Security, die im November ebenfalls in Zahlungsschwierigkeiten geraten war. Laut Sanierer Ingo Grünewald gibt es zwar auch für das erst in diesem Jahr mit dem Innovationspreis des Landes ausgezeichnete Unternehmen inzwischen Interessenten. Das Schicksal der Firma entscheide sich aber wohl erst im Januar.