Auf der Weinbörse in Mainz präsentieren die VDP Winzer den Jahrgang 2018

Weinjahrgang 2018 : Der 2018er Jahrgang überrascht Experten

Gespannt sind sie alle auf der VDP Weinbörse in Mainz: Die Winzer, wie der Jahrgang 2018 bei der internationalen Weinwelt ankommt. Das Publikum, wie er denn nun schmeckt, der Wein aus dem extrem heißen Sommer.

Egal wie versiert, egal wie rasch, und egal wie professionell ein Verkoster unterwegs ist: Es gelingt wohl kaum, alle 1632 Weine und Sekte der deutschen VDP-Weingüter auf der zweitägigen Mainzer Weinbörse zu verkosten. Schade eigentlich. Denn das, was die Winzer einschenken, bezeichnen viele Kenner als „ganz großes Kino“. Dennoch nutzen internationale Gastronomen, Weinjournalisten und -kritiker, Fachhändler und Experten die Gelegenheit, möglichst viele der teilnehmenden 186 VDP Weingüter zu besuchen.

Das Anbaugebiet Mosel zieht die renommierten Weinkritiker Stuart Pigott und Jancis Robinson magisch an. Auch Frankfurter-Allgemeine-Journalist (FAZ) und Weinbau-Dozent Daniel Deckers probiert sich hier durch die Kollektionen. „Man muss den Weinen Zeit geben zu reifen. Viele präsentieren sich aber schon jetzt sehr trinkreif. Sie haben großes Potenzial“. Besonders angetan hat es ihm das Weingut von Othegraven in Kanzem, das Fernseh-Moderator Günther Jauch besitzt. „Ich kenne das Weingut noch aus der Zeit von Heidi Kegel. Das ist für mich eins der absoluten Top-Weingüter in Deutschland.“

Überrascht vom Jahrgang 2018 zeigt sich auch Weinkritiker Michael Schmidt. Sein Urteil lautet: „Die Weine sind zwar noch Babys, aber die Harmonie stimmt. Man dachte ja, die Säure käme zu kurz nach dem heißen Sommer. Und das ist jetzt die Überraschung. Das haben die Winzer gut hingekriegt. Die Moselweine schmecken schlank, haben eine schöne Frucht und sind ausgewogen. Sehr gut gelungen.“

Angesichts so viel Lobs mag sich bei dem ein oder anderen Winzer Erleichterung ebenso wie Stolz breitmachen. Hanno Zilliken vom Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken aus Saarburg wird nicht müde, seine Rieslinge zu beschreiben. Sein Fazit: „Ein sehr generöser Jahrgang war das. Ein Wahnsinnsjahr.“

Zufrieden gibt sich auch Carl von Schubert, Vorsitzender des Großen Rings VDP Mosel-Saar-Ruwer. „Die Mainzer Weinbörse ist eine Fachausstellung, die sehr fokussiert ist auf die Weine des VDP.“ Das Publikum sei sehr bestrebt, die Weine kennenzulernen, denn auf der internationalen Weinmesse ProWein in Düsseldorf Mitte März seien viele Weine noch sehr frisch gewesen. „Jetzt vermitteln sie einen seriöseren Eindruck.“

Stimmt! Das Weingut Peter Lauer aus Ayl hat erst Ende Februar begonnen, sukzessive die Weine des Jahrgangs 2018 abzufüllen und ist noch lange nicht fertig, denn „wir füllen noch bis Juli“, sagt Katharina Lauer. Noch penibler geht das Weingut Johann Josef (J.J.) Prüm aus Bernkastel-Wehlen vor, das sich auf fruchtsüße Weine spezialisiert hat. Der jüngste Wein, der ausgeschenkt wird, stammt aus dem Jahrgang 2017. Die Philosophie, die dahintersteckt: Weine erst dann zu präsentieren, wenn sie trinkreif sind. Das beeindruckt.

Max von Kunow (Weingut von Hövel, Konz-Oberemmel) im Gespräch mit seinen Kunden. Foto: TV/Verona Kerl

Carl von Schubert schmunzelt: „Die Besucher sind grundsätzlich überrascht von der Frische der Weine, die mehr Säure haben, als so mancher vermutet hat nach dem heißen Sommer 2018. Durch unsere geografische Situation haben wir frische Weine mit Säure und moderatem Alkohol. Damit haben wir an der Mosel die eleganten, leichten, filigranen und langlebigen Weine in Deutschland.“

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