Auf Rekordniveau

In Bund, Land und bei den Kommunen sprudeln derzeit die Steuereinnahmen: Für Steuerexperten ein sicheres Indiz, dass die Wirtschaft sich im Aufwind befindet.

Trier. Beim Finanzamt Trier deuten alle Indizien darauf hin, dass in diesem Jahr die Rekordsteuereinnahmen aus 2006 noch einmal überboten werden. Damals übersprang das Steueraufkommen erstmals die Milliarden-Euro-Marke. Zur Jahresmitte 2007 ist das Aufkommen gegenüber dem Vorjahresvergleich indes noch einmal um 15 Prozent gestiegen, und zwar auf 596 Millionen Euro. Und das, obwohl der Start ins Jahr eher verhalten war. "Nach einem kurzen Einknicken der Zahlen im Januar, was vermutlich auf vorweggenommene Investitionen zum Ende des letzten Jahres mit dem alten Umsatzsteuersatz von 16 Prozent zurückzuführen ist, stiegen die Einnahmen und der Abstand zu den Vorjahreswerten danach rasant an", erklärt Finanzamts-Chef Jürgen Kentenich. Dies sei sicherlich zu einem großen Teil auf den seit Januar geltenden höheren Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent zurückzuführen, zeige aber auch, dass die allseits befürchtete Konjunkturdelle von mindestens einem halben Jahr Dauer im Raum Trier ausgeblieben sei. Im Gegenteil. Finanzamts-Chef Kettenich sieht in dem höheren Steueraufkommen ein Indiz für die gesteigerte Konsumneigung der Menschen in der Region.Wirtschaft mit der Entwicklung zufrieden

Auch die Wirtschaft freut sich über den offensichtlichen Aufschwung. Konjunkturexperte Matthias Schmitt von der Indus-trie- und Handelskammer Trier (IHK): "Bei unserer Frühjahrsumfrage haben 35 Prozent der befragten Unternehmen angegeben, dass ihre Investitionen steigen werden, und 49 Prozent gehen von gleich bleibenden Investitionen aus." Noch deutlicher ist der Blick auf die rheinland-pfälzische Investitionsgüter-Industrie: "75 Prozent bezeichnen ihre Geschäftslage als gut, 22 als befriedigend", sagt Schmidt. Und derzeit wären Produkt-Innovationen und Kapazitätserweiterungen Gründe für Investitionen; in den vergangenen Jahren wurde eher in Rationalisierungs-Maßnahmen investiert.Besser als der Bundesdurchschnitt

Die IHK sieht die Region aber nicht nur in diesem Jahr im Aufschwung. Mit Blick auf die jüngst veröffentlichten Daten des Statistischen Landesamtes, so resümiert die Kammer, "ist die Region Trier von 2000 bis 2005 überdurchschnittlich stark gewachsen". Gemessen am Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen habe die Wirtschaftskraft in der Region um 12,2 Prozent zugelegt, während Rheinland-Pfalz lediglich eine Wachstumsrate von 7,4 Prozent erreichte. In den 90er-Jahren war die Region noch langsamer gewachsen, als es dem rheinland-pfälzischen und dem bundesdeutschen Durchschnitt entsprochen hätte.Auch die positive Situation auf dem Arbeitsmarkt lässt sich am Steueraufkommen ablesen. Gegenüber 2006 ist das Aufkommen an Lohn- und Einkommenssteuer von 135 Millionen Euro auf 151 Millionen gestiegen. Das Finanzamt Trier ist für die Stadt Trier und den Landkreis Trier-Saarburg mit rund 240 000 Einwohnern zuständig, hat aber auch überregionale Aufgaben.