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Ausbildungsbotschafter werben für Nachwuchs im Handwerk

Handwerk : Mit Motor und Biobrot in die Schule

Sechs neue Ausbildungsbotschafter werben in der Region für das Handwerk.

(red) Neue Ausbildungsbotschafter gehen für die Handwerkskammer (HWK) Trier an den Start. Ihr Auftrag: ausbildungsinteressierte Schülerinnen und Schüler für eine handwerkliche Lehre begeistern. Mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen, vom eigenen Werdegang berichten, vom Berufsalltag und Karrierewegen im Handwerk erzählen – so wollen die sechs Botschafter und eine Botschafterin im Alter zwischen 17 und 25 Jahren im Schulunterricht überzeugen.

In einer Schulung hat Vera Wagner von der HWK die Nachwuchsakquisiteure auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. So sind die jungen Botschafter jetzt über die aktuelle Ausbildungssituation, die wesentlichen Inhalte eines Ausbildungsbotschafterbesuchs in einer Schule und Präsentationstechniken im Bilde. Kammerpräsident Rudi Müller überreichte ihnen die Zertifikate jetzt in der HWK.

Das Amt des Ausbildungsbotschafters für junge Gesellinnen und Gesellen hat die HWK vor zwei Jahren geschaffen, weil die Lehrlingszahlen im Handwerk zurückgehen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die Zahl der Ausbildungsverhältnisse im regionalen Handwerk aktuell um 7,4 Prozent gesunken. Präsident Müller: „Viele Jugendliche haben bei der Berufswahl das Handwerk mit seinen vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten nicht auf dem Schirm. Der Kontakt mit jungen Vorbildern im Unterricht ist daher ideal, um dort für eine Ausbildung im Handwerk zu werben.“

Mit seiner positiven Einstellung ist Victor Gaberkorn, Metallbauer bei der Alwitra GmbH in Trier, als Ausbildungsbotschafter wie geschaffen: „Das Wundervolle am Handwerk sind die vielen Weiterbildungsmöglichkeiten“, sagt der 25-Jährige. „Die Welt steht einem offen.“ Auch Bäcker Raphael Utters aus Dockweiler freut sich schon darauf, seine Mission vom Bäckerberuf und die Begeisterung für gutes Brot ins Klassenzimmer zu tragen. Für ihn verhält es sich mit dem Brot ähnlich wie mit den Menschen: „Jeder Teig ist anders, aber doch irgendwie auch gleich.“ Der 22-Jährige ging nach dem Abitur zunächst für ein Jahr auf Weltreise. Erst danach fand er den Weg ins Handwerk und seine Erfüllung in der familieneigenen Bio-Bäckerei. Daniel Freis (24) von der ELTRA GmbH in Osann-Monzel würde am liebsten gleich mit schwerstem Gerät in den Schulen anrücken, um dort einen selbst gebauten Motor zu präsentieren. Ob er dafür von allen Beteiligten grünes Licht bekommt, muss er noch abwarten. Ansonsten weiß der Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik jede Menge Spannendes aus der täglichen Praxis zu berichten, etwa vom professionellen Umgang mit Strom.