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Aussicht auf Widerstand

Aussicht auf Widerstand

TRIER. Weil die Telekom in den kommenden Jahren 32 000 Stellen abbauen will, wird auch die Region Trier nicht ungeschoren davonkommen. Immerhin rund 1100 Beschäftigte gibt es bei dem Unternehmen, seinen Töchtern oder ehemaligen Unternehmensteilen in der Region Trier.

Die Beschäftigten der Telekom und ihrer Tochter-Unternehmen kommen nicht zur Ruhe. Zerschlagung des einstigen Staatsriesen, Neugliederung einzelner Unternehmensteile, Outsourcing und Verkauf - und nun die Hiobsbotschaft des Telekom-Chefs: In den kommenden drei Jahren sollen 32 000 Arbeitsplätze abgebaut werden. "Noch verkündet der Vorstand nur Planungen und keine Beschlüsse. Wir versuchen seit drei Wochen zusammen mit den Personalräten Konkretes zu erfahren, doch niemand hat einen Durchblick, wer in welchem Maße vom Stellenabbau betroffen sein wird", sagt Manfred Fritschen, Fachbereichsvorsitzender für Telekommunkation der Gewerkschaft Verdi für die Region Trier. Deshalb sei die Unsicherheit bei den Beschäftigten groß. 1100 Telekom-Mitarbeiter in der Region

Rund 1100 Mitarbeiter beschäftigt die Telekom in der Region Trier. Sie sind beim Mutter-Unternehmen, Telekom-Töchtern, ausgegliederten Unternehmensteilen oder ehemaligen Betriebs-Sparten beschäftigt, deren Mitarbeiter aber durch Rückkehr-Klauseln im Tarifvertrag durch die Telekom-Pläne gefährdet sind. Weil alle diese verschiedenen Betriebsteile so undurchsichtig sind, kann selbst Fritschen keine genauen Zahlen nennen. "Trier wird genauso betroffen sein wie alle anderen Standorte", sagt er deshalb. Allerdings seien Freisetzungen in einer Größenordnung möglich, "wie sie die Region noch nicht gesehen hat", befürchtet er. Die Telekom steht unter wachsendem Druck der Wettbewerber. Vor allem in der Festnetzsparte schrumpfen die Umsätze. Nichtsdestotrotz rechnet das Unternehmen für dieses Jahr - die Geschäftszahlen für das dritte Quartal werden in der kommenden Woche vorgelgt - mit höheren Umsätzen (2004: 57,9 Milliarden Euro) und Gewinnen (2004: 4,6 Milliarden Euro). Weil sich die Telekom aber an tarifliche Abmachungen halten will und bis 2008 keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen darf, sondern auf Abfindungen, Altersteilzeit und Vorruhestandsregelungen ausweichen will, sieht der Gewerkschafter Verhandlungsspielraum. "Derzeit versucht der Arbeitgeber, massiver als andere Rechte auszureizen und die Mitbestimmung bis aufs Letzte für sich zu nutzen. Damit waren wir noch nie konfrontiert. Der Vorstand meint es ernst", sagt Manfred Fritschen. Deshalb setzen er und seine Verdi-Kollegen auf die Tarifverhandlungen für 2006. "Wir werden uns kräftiger positionieren und klare Forderungen stellen", stellt er in Aussicht. Die Mitarbeiter hätten bislang schon selbst eine verkürzte Wochenarbeitszeit und teilweisen Lohnverzicht hingenommen, um ihren Job zu retten, argumentieren auch die Verdi-Vertreter auf Bundesebene. Deshalb sei mit Widerstand und Protestaktionen durchaus zu rechnen.