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Autos, Autos und noch mal Autos

Autos, Autos und noch mal Autos

In den USA läuft die Detroit Motor Show, eine der wichtigsten Automessen der Welt. In Trier steht am Wochenende der fünfte Trierer Autosalon an. Sowohl bei der Megamesse als auch bei der Trierer Ausstellung zeigt die Branche, was sie zu bieten hat. Die Messen zum Jahresbeginn haben wegweisenden Charakter: Wo geht es für Autohändler 2012 hin?

Trier. Die großen deutschen Autobauer haben ihre Ziele in Sachen Absatzzahlen für das vergangene Jahr erreicht oder überschritten. VW zum Beispiel verzeichnete ein Rekordjahr mit einem Anstieg der Verkaufszahlen um 14 Prozent gegenüber 2010, BMW (mit Mini und Rolls-Royce) hat plus 14,2 Prozent. Und auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat das Geschäft im vergangenen Jahr bewertet: "Die Stimmung unter Händlern und Werkstätten ist gut." Das KFZ-Gewerbe erwartet daher auch einen guten Start ins neue Jahr. 14 Prozent der vom ZDK befragten Unternehmen hoffen schon für das erste Quartal auf bessere Zahlen als im letzten Quartal 2011.
Das betrifft auch die Region: Fast 1000 KFZ-Betriebe (Händler und Werkstätten) mit etwa 4000 Mitarbeitern sind im ehemaligen Regierungsbezirk Trier angesiedelt.
Alfons Behr, kommissarischer Obermeister der Kraftfahrzeug-innung Trier-Saarburg, erwartet für dieses Jahr keinen stark abweichenden Trend im Vergleich zur Bundesentwicklung. "Der Verkauf wird vielleicht leicht schwächer ausfallen", sagt er. Zum Beispiel hätte das Handwerk ein starkes Geschäft gehabt und deshalb seien vielerorts auch die Firmenflotten erneuert worden. Diese Unternehmen schafften dann 2012 keine oder weniger neue Wagen an.
"Der Gebrauchtwagenverkauf wird wohl auf ähnlichem Niveau bleiben wie 2011", sagt Behr. Damit rechnet er auch im Service-Bereich. "Die Fabrikate, die 2011 gut verkauft wurden, machen im Service vielleicht ein Plus. Diese Fahrzeuge kommen dann alle zur Inspektion."
Diese guten Aussichten spielen den Messen in die Hand. Mit Detroit kann Trier natürlich nicht mithalten, aber auch an der Mosel wird zu sehen sein, was der Markt bietet. Dabei liegt der Fokus nicht auf dem 400 000 Euro teuren Sportwagen, der präsentiert wird, sondern auf den vielen Neuigkeiten. So wird in Trier das erstes reine Elektroauto von Volvo vorgeführt, von Toyota wird ein Modell gezeigt, mit dem man bis zu 20 Kilometer ausschließlich mit Strom unterwegs sein kann und erst bei größeren Strecken den Verbrennungsmotor einschalten muss. "Das ist aber eher noch kein Trend. Elektroautos sind noch zu teuer. Da sind die Leute noch zurückhaltend. Das dauert noch ein paar Jahre", meint Alfons Behr.
Bei der fünften Auflage des Trie rer Autosalons sind 60 Aussteller in der Arena mit dabei. Autos, Zweiräder - mit und ohne Motor - und Zubehör werden nicht nur zu sehen sein, teilweise bieten die Händler Probefahrten an - oder eine Runde mit einem SUV (Sport Utility Vehicle, eine Geländewagenklasse) über einen vor der Arena aufgebauten Off road-Parcours.
Der Veranstalter hofft auf 8000 Besucher, und damit wird die Messe selbst schon zum Wirtschaftsfaktor. Die Aussteller nehmen dabei nicht wenig Geld in die Hand. Wolf-Dieter Weithöner, Geschäftsführer der veranstaltenden Arena Trier, erklärt: "Erst der erste zahlende Besucher bringt uns Geld. Was wir an Standgebühr von den Ausstellern nehmen, geht nahezu komplett ins Marketing." Wichtig sei dabei die Transparenz. "Der Aussteller sieht, wo sein Geld hingeht."Warum machen die Händler mit?


Marc Stevens, Geschäftsleiter für Jaguar und Land Rover bei der Heister Gruppe in Trier sagt: "Wir fanden den Ansatz von Wolf-Dieter Weithöner von Anfang an sehr gut, dass fast alle großen Trierer Händler so etwas zusammen machen. Ich kann jetzt nicht sagen, dass sich das für die Marke Jaguar wirklich rechnet. Kaum ein Besucher des Autosalons wird wohl einen Jaguar bei uns kaufen. Aber wir zeigen ja unser gesamtes Markenspektrum. Unsere Kunden erwarten das aber auch. Und natürlich werden auch Kontakte generiert, die zu Verkaufsabschlüssen führen."
Andrea Meter, Marketingverantwortliche beim Autohaus Eifel-Mosel in Bitburg: "Wir wollen auch in Trier präsent sein. Auf dieser Messe können wir die vielen Besucher aus der ganzen Region informieren, was wir anzubieten haben. Schon deshalb lohnt sich die Teilnahme für uns."
Manfred Dahm von der Löhr-Gruppe in Trier: "Man kann unsere Kosten für die Messe nicht damit aufwiegen, wie viele Verkaufsgeschäfte nun dadurch realisiert werden. Es gehört einfach dazu, dass man da mitmacht. Wenn es schon so einen tollen Salon in der Arena gibt, sollte man sich als Autohaus auch daran beteiligen."
Extra

Unter anderem der 400 000 Euro teure Lexus LFA wird beim Trierer Autosalon gezeigt. Foto: Lexus.

Beim 5. Trierer Autosalon am Samstag und Sonntag, 14./15. Januar, werden insgesamt 60 Aussteller Autos, Zweiräder und Zubehör in und um die Arena Trier präsentieren. Die Messe ist an beiden Tagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Besondere Fahrzeuge präsentieren unter anderem Wiesmann und Artega mit ihren Sportwagen und Lexus mit dem 400 000 Euro teuren LFA. Ein breites Rahmenprogramm mit Künstlern, Musikern und Mitmach-Aktionen ergänzt die Messe. Der Eintritt kostet für Erwachsene 7,50 Euro (inklusive 2 Euro Verzehrbon), für Kinder bis 14 Jahre 4 Euro und für Familien (zwei Erwachsene und zwei Kinder) 15 Euro. Karten sind im Vorverkauf in den Service-Centern des Trierischen Volksfreunds in Trier, Bitburg und Wittlich erhältlich. Die Eintrittskarten gelten als VRT-Ticket für alle Busse und Nahverkehrszüge im gesamten VRT-Gebiet (Gültig ab vier Stunden vor Messebeginn bis Betriebsschluss der Verkehrsbetriebe). sve