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Azubis im Land mit Ausbildung überwiegend zufrieden

Azubis im Land mit Ausbildung überwiegend zufrieden

Gute Stimmung unter den Auszubildenden in Rheinland-Pfalz: Fast drei Viertel aller Lehrlinge sind mit ihrer betrieblichen Ausbildung zufrieden. Das geht aus dem am Montag in Mainz vorgestellten Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Rheinland-Pfalz/Saarland hervor. Doch es gibt auch Defizite.

Mainz/Trier. Die Azubis geben vor allem ihren Ausbildern vergleichsweise gute Noten. Fast 70 Prozent der Befragten gaben an, immer oder häufig Arbeitsvorgänge zur vollsten Zufriedenheit erklärt zu bekommen.
Unzufrieden zeigte sich der Nachwuchs im Land hingegen mit den Lerninhalten: Nur rund ein Drittel braucht keine ausbildungsfremde Arbeiten zu verrichten - der Rest muss auch Tätigkeiten erledigen, die nichts mit dem Beruf zu tun haben.
"Der Ausbildungsreport weist aus, dass Überstunden ohne jeden Ausgleich, fehlende Betreuung und ausbildungsfremde Tätigkeiten in einigen Branchen weiter gängige Praxis sind. Auszubildende sind keine billigen Arbeitskräfte - das scheinen einige Betriebe aber immer noch nicht verstanden zu haben", kritisiert Dietmar Muscheid, Vorsitzender DGB Rheinland-Pfalz/Saarland.
Die duale Ausbildung sei ein deutsches Markenzeichen und finde internationale Anerkennung, so Muscheid. Deshalb müsse man ständig weiter daran arbeiten, um hier noch besser zu werden.
Wichtig sei es besonders, ergänzt Muscheid, dass man jungen Menschen Perspektiven biete. Mehr als zwei Drittel der befragten Auszubildenden wissen nicht, ob sie nach der Ausbildung übernommen werden.
"Betriebe können gegen den Fachkräftemangel im eigenen Haus angehen, indem sie ausbilden und ihre Auszubildenden dann auch übernehmen."
Als positiv stellt Dietmar Muscheid die Tatsache heraus, dass die Auszubildenden in Betrieben mit Interessenvertretungen wie Betriebs- oder Personalrat, Jugend- oder Auszubildendenvertretung im Vergleich deutlich zufriedener sind. Darin manifestiere sich ein klares Votum für die betriebliche Mitbestimmung, so Muscheid.
86 Prozent der Auszubildenden in Betrieben mit Interessenvertretung sind mit ihrer Ausbildung zufrieden, in Betrieben ohne Mitbestimmung sind dies nur 59,4 Prozent.
Die Daten des Reports wurden nach DGB-Angaben bereits im vergangenen Herbst erhoben. Unter die Lupe genommen wurden 1470 junge Menschen in 25 Ausbildungsberufen. red/dpa