Bankenkrise hilft Luxair

Die luxemburgische Fluggesellschaft Luxair scheint der Krise der Luftfahrtbranche zu trotzen: Der Verwaltungsrat beschloss den Kauf zweier neuer Flugzeuge. Auch was die Beteiligungen angeht, gibt es Neues: Durch die staatliche Rettungsaktionen für die angeschlagenen Banken Dexia und Fortis hat sich der Anteil des Staates an Luxair erhöht.

Luxemburg. (wie) Es scheint so, als wolle der Luxair-Verwaltungsrat allen Unkenrufen, der luxemburgischen Fluggesellschaft gehe es schlecht, trotzen. Nachdem er kürzlich grünes Licht für den Kauf einer vierten Propellermaschine vom Typ Q 400 gegeben hat, entschied das Gremien der Gesellschaft nun den Kauf einer fünften Maschine des kanadischen Herstellers Bombardier. Gleichzeit wurde beschlossen, eine Boeing 737-500 durch eine neue vom Typ 737-800 zu ersetzen. Diese Maschine, die überwiegend für Urlaubsflüge eingesetzt werden soll, hat mit 170 Plätzen 49 mehr als die ältere Boeing.

Das deutet darauf hin, dass die Buchungen bei der Tochter Luxair-Tours für den Winter besser sind als erwartet. Im Sommer hieß es, die Anschaffung einer neuen Boeing ist auf Eis gelegt, weil unklar sei, wie das Reiseverhalten angesichts steigender Energiepreise verlaufe.

Während die Bankenkrise immer weitere Kreise zieht, scheinen sich für Luxair die Probleme im Finanzsektor als Glücksfall zu erweisen. Durch die Rettungsaktionen des luxemburgischen Staates für die angeschlagene Bank Dexia - 376 Millionen Euro hat Luxemburg dafür in die Hand genommen - hat sich der Staatsanteil an Luxair erhöht. Dexia war bislang mit 13,1 Prozent an Luxair beteiligt. Im Sommer hatte der Staat bereits den Anteil der Fortis Bank übernommen, die aus der Beteiligung ausgestiegen war. Damit erhöht sich der staatliche Anteil an Luxair von ehemals 23,1 auf über 60 Prozent. Luxair hat damit drei Eigentümer: Lufthansa, das Schweizer Logistikunternehmen Panalpina und der luxemburgische Staat. In Luxemburg wird nun spekuliert, wie Luxemburg die neuen Möglichkeiten ausschöpfen will. Möglich ist, dass der Staat einen Teil seiner Anteile an einen privaten Partner verkauft, ausgeschlossen wird auch nicht, dass ein strategischer Partner, etwa eine der drei großen Fluggesellschaften Lufthansa, Air France und British Airways Teile der staatlichen Beteiligung übernimmt.

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