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Bei Energie lohnt der Vergleich

Bei Energie lohnt der Vergleich

Während Strom- und Gasversorger für 2010 bereits Preiserhöhungen angekündigt haben, ist bei Heizöl, Pellets und Brennholz eine Entwicklung schwerer abzuschätzen. Doch auch hier müssen sich Verbraucher auf höhere Kosten einstellen.

Trier. Wer im Sommer 2008 den Heizöltank leer hatte, musste unter Umständen ganz schön tief in die Tasche greifen. Knapp einen Euro hat der Liter des begehrten Brennstoffs im August des vergangenen Jahres zeitweise gekostet. Rund 3000 Euro für 3000 Liter und damit knapp 1300 Euro mehr, als die gleiche Menge derzeit kostet. Verglichen mit dem extremen Auf und Ab im Jahr 2008 war der Heizölpreis in diesem Jahr annähernd stabil - eine Entwicklung gibt es aber dennoch: tendenziell steigend. Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte, rechnet deshalb für 2010 mit "moderat bis leicht steigenden" Preisen auf 55 bis 70 Cent pro Liter.

Auch Erdgas und Strom werden teurer



Mit höheren Kosten müssen auch Verbraucher rechnen, die ihr Haus mit Erdgas heizen. Um durchschnittlich fünf Prozent sollen die Preise im kommenden Jahr steigen. Hier lohnt sich ein Vergleich im Internet - ähnlich wie beim Strom, der im kommenden Jahr bei vielen Anbietern ebenfalls teurer wird. So kann beispielsweise ein Haushalt in Trier mit einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden pro Jahr - je nach Wahl des Gasanbieters - jährlich bis zu 400 Euro einsparen.

Und auch beim Strom gibt es Preisunterschiede von bis zu 30 Prozent. Der Wechsel des Anbieters ist in beiden Fällen völlig unkompliziert und im Internet innerhalb weniger Minuten vollzogen.

Dennoch ist es wichtig, nicht nur die Preise, sondern auch die Rahmenbedingungen zu vergleichen, wie zum Beispiel die Dauer der Preisgarantie und die Länge der Vertragslaufzeit. Zudem verlangen einige Anbieter Vorauszahlungen und gelegentlich auch Kautionen.

Deutlich weniger ausgeprägt sind die Preisunterschiede bei den Pelletlieferanten. Rund 220 Euro hat eine Tonne 2008 im Durchschnitt gekostet, und wie Sebastian Proske vom Deutschen Pelletinstitut (Depi) in Berlin erklärt, wird für das kommende Jahr keine wesentliche Preissteigerung erwartet. Dennoch gibt es innerhalb des Jahres Preisschwankungen, von denen Verbraucher profitieren können. "Die jahrelangen Indexverläufe zeigen, dass die Pelletpreise von Mai bis Juli am günstigsten sind, da dann das Holzangebot am höchsten ist", sagt Proske. Wer also noch genügend Vorrat hat, sollte mit dem Auffüllen des Lagers bis zum Sommer warten.

Preiswerter als Pellets und deutlich günstiger als Heizöl und Gas ist nach wie vor Brennholz, auch wenn sich die Nachfrage in Rheinland-Pfalz seit 2004 nahezu verdoppelt hat. Rund 33 Euro koste in den öffentlichen Wäldern des Landes ein am Waldweg liegender Raummeter Buchen- oder Eichenholz, sagt Johannes Pinn vom Forstamt Hillesheim. Und daran werde sich auch im kommenden Jahr voraussichtlich nichts ändern.

Holz wird zunehmend nur in der Gemeinde verkauft



Da in den Gemeindewäldern jedoch die Gemeinderäte für die Preisgestaltung zuständig seien, gebe es beim Brennholz grundsätzlich extreme Schwankungen, fügt Pinn hinzu. Ein Preisvergleich lohnt sich deshalb auch hier, doch mit dem Vergleich allein ist es nicht getan. Denn in vielen Gemeindeforstbetrieben wird vor allem Laubbrennholz nur noch an die örtliche Bevölkerung verkauft.

Am besten seien die bedient, die einen eigenen Wald haben, sagt der Förster. "Oder aber natürlich möglichst wenig Energie verbrauchen."

brennholz-Extra Ein trockener Raummeter Buchenholz hat ungefähr den gleichen Heizwert wie 210 Liter Heizöl. Bei trockenem Fichtenholz, das deutlich günstiger als Laubholz ist, entspricht der Brennwert eines Raummeters ungefähr 150 Litern Heizöl. Beim Kauf von Brennholz ist jedoch zusätzlich darauf zu achten, ob es sich bei der angebotenen Menge um "Festmeter", "Raummeter" oder "Schüttraummeter" handelt. Baumstämme in fallenden Längen werden als Festmeter gehandelt - ein Festmeter ist also ein Kubikmeter feste Holzmasse ohne Luftanteil. Bei aufgeschichteten Brennholz-Meterstücken spricht man von Raummetern. Hier liegt der Luftanteil pro Kubikmeter bei 30 Prozent. Ofenfertiges Brennholz hingegen wird meist in Längen von 33 oder 25 Zentimetern im Anhänger oder in Gitterboxen geliefert. Dabei liegt das Holz nicht geschichtet, sondern kreuz und quer, so dass der Luftanteil pro Kubikmeter bei bis zu 50 Prozent liegt. Ein Schüttraummeter Holz entspricht somit nur der Hälfte eines Festmeters Holz. (uhe)