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Bei Gerolsteiner sprudeln Umsatz und Absatz

Bei Gerolsteiner sprudeln Umsatz und Absatz

Weniger vehement als vielmehr kontinuierlich baut der Gerolsteiner Brunnen seine Marktposition in Deutschland und der Welt aus: Im vergangenen Jahr hat das Eifeler Unternehmen sowohl Umsatz als auch Absatz zum Teil erheblich gesteigert.

Gerolstein. Gerolsteiner scheint den Geschmack von immer mehr Konsumenten zu treffen: Denn das Unternehmen mit 766 Mitarbeitern hat im vergangenen Jahr erneut sowohl seinen Umsatz (plus fünf Prozent auf 235,3 Millionen Euro) als auch den Absatz (plus 3,7 Prozent auf 6,6 Millionen Hektoliter) gesteigert. "Es war erneut ein sehr zufriedenstellendes Jahr", freut sich Axel Dahm, Vorsitzender der Geschäftsführung des Gerolsteiner Brunnens, auch wenn er zum Gewinn keine Angaben machen will. Damit konnte das Eifeler Unternehmen auch vom allgemeinen Trend profitieren, wonach immer mehr Deutsche bei den Durstlöschern zu Sprudel und Co. greifen (siehe Extra).
Märkte: Vor allem im Inland hat der Gerolsteiner Brunnen zugelegt. Allein in der Gastronomie gab es ein dickes Plus von 7,6 Prozent. Um so erstaunlicher, da in Restaurant und Kneipe Zuwächse nur durch Verdrängung der Konkurrenz möglich sind. "Im Wettbewerb mit Coca-Cola mit Apollinaris und Nestlé mit San Pellegrino sind wir ein gutes Stück vorangekommen", sagt Dahm. "Wir wollen in der Gas-tronomie auch in jedem Ausflugslokal und jeder Eckkneipe die Verbraucher gewinnen", gibt Dahm als Devise aus. Und so bleibt Gerolsteiner laut dem Marktanalysten Nielsen deutscher Marktführer im Preissegment ab 0,40 Euro je Liter mit einem Anteil von nun 18,7 Prozent.
Export: Im Ausland konnte Gerolsteiner in den USA überproportional wachsen, in Japan, dem zweitstärksten Land vor Belgien, ging der Absatz 2014 zurück. Im Kommen sind Südkorea und Russland. "In Russland gibt es für uns trotz des Ukraine-Konflikts keine Importbeschränkungen. Hier sehen wir mittelfristig viel Wachstum, denn Russland gehört traditionell zu den europäischen Ländern, in denen viel Sprudel getrunken wird", erklärt Dahm. Insgesamt stieg der Auslandsabsatz um gut drei Prozent bei fünf Prozent am gesamten Geschäft.
Produkte: Zuwächse gab es 2014 vor allem beim stillen Mineralwasser Naturell (plus 14,3 Prozent in Folge). "Unsere Kernprodukte haben sich gut entwickelt", sagt Dahm. Allerdings habe die Fußball-Weltmeisterschaft darauf keinen Einfluss gehabt. "Wenn gefeiert wird, dann trinken die Leute doch eher Bier."
Ausblick: Neue Absatzkanäle erhofft sich Gerolsteiner in diesem Jahr vom Markt der so genannten wassernahen Erfrischungsgetränke. "Das ist ein sehr dynamisches Segment", sagt der Gerolsteiner-Chef. Denn während der Kunde seinem Mineralwasser eher treu bleibt, lieben die Verbraucher bei Limonaden und Wellness-Getränken geradezu die Abwechslung. So soll die neue Limonade, Geschmack Grapefruit, den Limo-Stellenwert innerhalb des Sortiments von gut einem Dutzend Produkte anheben. "Wir waren mit die Ersten, die Limonaden mit mehr Fruchtanteil angeboten haben. Es hat sich eine eigene Getränkekategorie daraus entwickelt." Hinzu kommt das Wellnessgetränk der neuen Sorte Moment.

Strategie: Als Grund für das stete Wachstum nennt Dahm "den Wunsch des Verbrauchers nach hoher Produktqualität". Und dem trage Gerolsteiner Rechnung mit seiner neuen Verbraucherplattform. Was sich auf den ersten Blick etwas hölzern anhört, lässt sich durch die Marktforschung tatsächlich messen. "Wir sehen, dass sich immer mehr Menschen mit ihrer Gesundheit und lebenswichtigten Mineralien beschäftigen. Und dies führt sie zu Gerolsteiner", sagt Dahm. "Diesen Vorsprung vor anderen wollen wir ausnutzen."
Extra

Über 200 deutsche Mineralbrunnen bieten laut dem Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) über 500 Mineralwässer an. 143,5 Liter Mineral- und Heilwasser konsumierte jeder Bundesbürger 2014, über drei Liter mehr als noch im Vorjahr. Der Absatz lag im vergangenen Jahr für Mineral- und Heilwasser bei über 10,7 Milliarden Liter. Die beliebtesten Mineralwässer sind mit einem Marktanteil von 84,2 Prozent nach wie vor klassischer Sprudel und das Wasser mit wenig Kohlensäure. Mineralwässer ohne Kohlensäure haben einen Anteil von 13,4 Prozent erreicht, Tendenz steigend. sas