1. Region
  2. Wirtschaft

Bernkasteler Doctor Auslese landet bei Versteigerung in Trier ganz oben

Weinwirtschaft : Bernkasteler Doctor Auslese landet bei Versteigerung ganz oben

Spitzenergebnisse bei der Riesling-Auktion des Bernkasteler Rings in Trier erfreuen stolze Winzer.

Jährlich heißt es Mitte September im Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer Trier: „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten und verkauft!“ Dann klopft Auktionator Wolfgang Beiss mit seinem Hammer auf das Pult. Dem Winzer, der seinen Wein teuer versteigern konnte, huscht ein stolzes Lächeln über das Gesicht.

Am Samstag ging die Riesling-Auktion und die Präsentation der Großen Gewächse des Jahrgangs 2019 des Bernkasteler Rings über die Bühne. „Große Gewächse sind eine neue Linie von Premiumweinen im trockenen Bereich mit strengen Kriterien“, erklärt Christa Jüngling, langjähriges Mitglied und erste Frau im Vorstand des Bernkasteler Rings. Ihr Weingut Paulinshof in Kesten ist ebenfalls bei der Vorprobe am Vormittag mit gleich zwei Großen Gewächsen vertreten gewesen.

Die Riesling-Auktion ab 13 Uhr präsentierte mit 35 Selektionsweinen von 19 Weingütern eine große Bandbreite und auch wahre Raritäten. Die Gäste mussten sich auf Grund von Corona im Voraus anmelden, und es galt Sicherheitsabstand zwischen den Tischen. Internationale Gäste und andere Interessierte konnten dennoch über einen Livestream im Internet nicht nur zuschauen, sondern auch aktiv mitwirken.

Ein Highlight der Auktion ist die „Vertikale“ des Weinguts Dr. Thanisch Erben Müller-Burggraef (Bernkastel-Kues): drei Weine der Jahrgänge 2009 bis 2011, beginnend mit einem Ausgebot von 500 Euro. „Als Winzer zeige ich hier jährlich, was ich kann“, sagt Jüngling glücklich. Sie vergleicht die Auktion der Selektionsweine mit einem Wettkampf beim Sport: „Hier geht es nicht vorrangig um wirtschaftliche Aspekte, sondern darum, zeigen zu können, was im vergangenen Jahr erreicht wurde. Bei der Auktion hofft man nicht, sondern man weiß, was man kann.“ Das fällt auch jedem Gast gleich zu Beginn der Auktion auf.

Neben Julia Weckbecker, der  Geschäftsführerin des Bernkasteler Rings, und Martin Kerpen, dem ersten Vorsitzenden, sitzt der entsprechende Weingutvertreter, während Auktionator Beiss den Wein präsentiert, die begrenzte Flaschenanzahl benennt und dann ab Ausgebot in Zehn-Cent-Schritten hochzählt, bis einer oder sogar alle vier der Kommissionäre, die Einzelpersonen und Händler bei der Auktion vertreten, plötzlich aufspringen und anfangen zu diskutieren. Die Stimmung ist locker, der Stolz der Winzer spürbar.

Besonders verhandelt wurde bei dem sechsten Auktionswein, dem Bernkasteler Doctor 2018, welcher von 500 Euro auf 1388,80 Euro hochgehandelt wurde. Auch die Mosel-Weinkönigin Marie Jostock grüßt die 69 Gäste: Es sei großartig, dass die Auktion trotz Corona stattfinden könne.