Berufsschulklassen legen sich für die Umwelt ins Zeug

Berufsschulprojekt : Zwei Schulprojekte, die helfen sollen

Zukunftsschmiede Berufsschule – unter diesem Motto sind zurzeit fünf Berufsschulklassen in der Region aktiv. Die Teilnehmer haben sich für Förderschüler und die Umwelt ins Zeug gelegt.

Es braucht nur eine Hose und die dazugehörige Geschichte, um anderen das Finanzwesen näherzubringen. Das haben sich die Schüler der Trierer Berufsbildenden Schule (BBS) Wirtschaft gedacht und damit ihre Projektidee begonnen. Der Projektteil der Trierer Klasse trägt den Titel „Gestaltung und Umsetzung eines Unterrichtsmoduls für Förderschulen der Region Trier zum Thema finanzielle Allgemeinbildung“. Es ist Teil des Projekts Zukunftsschmiede Berufsschule (siehe Info).

Berufsschüler Tim Laudwein (20) hatte die Idee zu dem Projektteil. Laut seinem Lehrer Jürgen Schmidt ist er der Experte auf dem Gebiet, denn er hat vor seiner Ausbildung bereits ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an einer Förderschule absolviert. Und genau dort ging es für die Schüler auch hin. Vier Förderschulen hat die Klasse besucht, um herauszufinden, welche Stoffe aus dem Finanzwesen noch nicht auf dem Lehrplan stehen und wo es noch Bedarf gibt. Es ging an die Porta Nigra Schule und die St. Josef Schule in Trier und die Levana Schule und die Meulenwald Schule in Schweich.

Bei der Umsetzung hielten sie es praktisch. Herausgekommen ist eine Art Stationenlernen. Los geht es mit einem Einführungsvideo. Anschließend wird am Beispiel der Bestellung einer Hose erklärt, wie eine Überweisung funktioniert, wie man mit einer Bankkarte umgeht und wie ein Kontoauszug aufgebaut ist. Für jede geschaffte Station gibt es einen Stempel auf einer Stempelkarte. Am Ende bekommen die Förderschüler die bestellte Hose und dürfen sie behalten.

Die begleitende Berufsschullehrerin Ulrike Schmidt erzählt von den Rückmeldungen der Förderschulen: „Wir haben sehr viel positive Resonanz erhalten. Und ein paar hilfreiche Tipps waren auch dabei, so dass wir das Projekt noch besser an die Bedürfnisse der Schüler anpassen konnten.“ Das nächste Ziel sei nun, das Projekt als „Kiste“ mit allen Bestandteilen der Stationen fertigzustellen, das dann an die Förderschulen weitergegeben werden kann. Die nächste Klasse werde das Projekt anschließend übernehmen und fortführen.

An der BBS in Wittlich haben sich die Schüler ebenfalls ein Projekt überlegt, das nachhaltig sein soll – es heißt „Umbau Verbrenner auf Elektro-Antrieb“. Sie haben sich bereits ein Fahrzeug besorgt, in das sie einen Elektromotor einbauen wollen. Anders als bei der Klasse einer Trierer Berufsschule (der TV berichtete) handelt es sich aber nicht um ein gewöhnliches Auto, sondern um ein Fahrzeug mit dem Titel „Cube 300“ (siehe Foto unten links) mit einer Ladefläche.

Studienrat Stefan Weiler, der auch Lehrer für KFZ- und Metalltechnik ist, erklärt, warum es genau dieses Auto sein sollte. „Es sollte nicht zu viel kosten, man sollte es leicht verstehen können, und es sollte nach Abschluss des Projekts auch noch nutzbar sein.“ Das Auto werde nach dem Umbau wieder angemeldet und dem Hausmeister der Schule zur Verfügung gestellt.

Studienrat Stefan Weiler (Zweiter von Links) mit seinen Schülern Celine Zimmer (18), Anna-Lena Kiesgen (18) und Robin Köhnen (20) (von links) – sie werden mit weiteren Mitschülern demnächst das Projekt an der Wittlicher BBS übernehmen und das Fahrzeug mit einem Elektromotor ausstatten. Foto: Marlene Bucher

Da die Schule erst vor kurzem eine neue Halle für das Arbeiten an Fahrzeugen bekommen hat und dadurch nun auch dort die Gesellenprüfungen durchführen kann, hat sich das Projekt leicht verzögert. Da die nächste Klasse das Projekt übernimmt, besteht allerdings auch kein Zeitdruck, das Fahrzeug zu einem bestimmten Zeitpunkt fertigzustellen. Weiler sagt zum aktuellen Stand: „Wir haben bereits die Hinterachse mitsamt dem Motor ausgebaut und eine neue Hinterachse gesucht und angeschafft. Der nächste Schritt ist die Suche nach einem Elektromotor, der zu Achse und Fahrzeug passt.“

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