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Betreuungsschlüssel in Jobcentern zu niedrig

Betreuungsschlüssel in Jobcentern zu niedrig

Die Zahl der Arbeitsvermittler in den Jobcentern ist deutlich niedriger als gesetzlich vorgeschrieben und bisher offiziell angegeben. Dies geht aus einem Bericht der Rheinischen Post (Düsseldorf) hervor, der sich auf interne Quellen beruft. In der Region Trier sieht die Situation anders aus.

Trier/Düsseldorf. Im März haben sich in der Region Trier 11 950 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Viele von ihnen sind schon lange auf Jobsuche und erhalten deshalb sogenannte Hartz-IV-Leistungen. Das SGB II (zweites Sozialgesetzbuch/Hartz IV) regelt die Förderung von erwerbsfähigen Personen ab 15 und unter 65 Jahren sowie deren Angehörige, soweit diese ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können.
Und gerade hier scheint der vorgesehene Betreuungsschlüssel der Vermittler bundesweit oft nicht eingehalten zu werden, wie die Rheinische Post berichtet: "Wie aus internen Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht, kommen auf einen Vermittler bei den unter 25-Jährigen durchschnittlich 145 Erwerbslose, bei den über 25-Jährigen sind es sogar 195 Personen ohne Job. Den gesetzlichen Vorgaben zufolge sollte sich ein Vermittler aber nur um 75 Arbeitslose unter 25 Jahre und um 150 Personen über 25 Jahre kümmern." Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Sabine Zimmermann, hatte die Daten bei der Bundesagentur erfragt. Sie betonte in der Rheinischen Post: "Individuelle Betreuung ist das A und O einer guten Arbeitsförderung. Die Jobcenter sind personell unterfinanziert."

Unterschiede in den Bezirken


Laut Agentur für Arbeit in Trier stellt sich die Situation in der Region Trier besser dar. Von den 11 950 arbeitslosen Menschen in der Region waren im März gut 6000 länger arbeitslos und damit im SGB-II-Bereich.
Das Verhältnis von Vermittler und Jobsuchenden beträgt in der Region bei den unter 25-Jährigen ein Verhältnis von 1:73 und bei den über 25-Jährigen liegt die Betreuungsrelation bei 1:141 Arbeitssuchenden.
Dabei gibt es je nach Arbeitsamtsbezirk große Unterschiede. Das günstigste Verhältnis gibt es im Bereich des Jobcenters Trier-Saarburg. Ein Vermittler betreut dort 65 junge Menschen (unter 25) oder 165 über 25 Jahre alte Arbeitssuchende.
Deutlich schlechter ist die Situation im Bereich des Jobcenters Bitburg-Prüm mit einer Betreuungsrelation von 1:100 (unter 25) und einem Verhältnis von 1:180 (über 25).
Die Zahlen, die aktuell vorliegen, beziehen sich auf den Zwölf-Monats-Durchschnitt vom September 2013 bis August 2014.
Innerhalb der Monate variierten die Zahlen. Es sei Ansinnen der Agentur, "sich auf anbahnende, negative Betreunngsrelationen" mit gezieltem Personalausgleich einzustellen.
Im Bereich des Regionaldirektionsbereichs Rheinland-Pfalz und Saarland liegen die Zahlen mit 1:77 und 1:150 sehr nahe an den gesetzlichen Vorgaben.