Betriebe im Teufelskreis

Betriebe im Teufelskreis

TRIER. Seit Jahren überschlagen sich die Pleite-Rekorde. Während bundesweit neue Höchststände an Insolvenzen vermeldet wurden, hinkte die Region Trier immer etwas hinterher. Doch damit ist es vorbei: Den regionalen Firmen geht die Luft aus.

Insgesamt ist festzustellen, dass die Krise die mittelständischen Firmen im Trierer Bezirk voll erreicht hat und stärker in die Substanz geht, als dies auf Bundesebene der Fall ist", fasst Herbert Eberhard, Geschäftsführer der Creditreform Trier, die regionale Untersuchung zusammen. Die Auskunftei hat sich die Mühe gemacht, hinter die 249 Insolvenz-Anträge in der Region zu blicken. Dabei haben die Wirtschafts-Experten einen außergewöhnlichen Anstieg im Kreis Bitburg-Prüm festgestellt. Die Insolvenz-Anträge stiegen dort um 40 Prozent an, von 43 Meldungen auf 66. In Trier gab es ein Plus von 16 Prozent (von 95 auf 110). In Wittlich ging die Zahl der Insolvenz-Anträge hingegen von 82 auf 73 zurück, ein Minus von elf Prozent. Von der Pleite bedroht, sind vor allem kleine Unternehmen. Dabei liegt die Region Trier ganz im Bundestrend. Der Verband der Auskunfteien, die Creditreform Wirtschafts- und Konjunkturforschung, sieht in der schlechten Konjunktur und der schwierigen Finanzierung die Gründe für die Insolvenzen. "Mittelständische Unternehmen und die sie finanzierenden Banken stecken in einem Teufelskreis: Die Vielzahl der Ausfälle und notleidenden Kredite fördern die Zurückhaltung bei der Kreditvergabe, diese Haltung wiederum trocknet die Finanzierungsbasis kleiner und mittlerer Unternehmen in der Konjunkturkrise weiter aus und führt schließlich zu ihrem Exitus", so die Konjunkturforscher. In diesem Dilemma sollten die Betriebe ihre Unternehmens-Steuerung in Sachen "Finanzierung" professionalisieren, raten die Fachleute. Vor allem müssten sie endlich die Eigenkapitalbasis stärken und zu mehr Transparenz gegenüber Geldgebern und der Hausbank kommen. Auf der anderen Seite müsste die Finanzbranche neue Instrumente entwickeln, um die traditionellen Förderinstrumente auszubauen. Bundesweit sind im ersten Halbjahr rund 330 000 Arbeitsplätze durch Insolvenzen bedroht. Das sind rund 20 000 Arbeitsplätze mehr als noch im Vergleichszeitraum 2002.