Bierpreis steigt nicht

Die Deutschen trinken immer weniger Bier. Erstmals fiel 2009 der Gesamtabsatz unter 100 Millionen Hektoliter. Bitburger konnte indes seinen Ausstoß gegenüber 2008 halten. In der Braugruppe ging der Absatz leicht auf 7,3 Millionen Hektoliter zurück (-0,1 Millionen).

Bitburg. "Für 2010 plant die Bitburger Brauerei keine Preiserhöhungen", erklärt der Sprecher der Geschäftsführung der Bitburger Braugruppe, Werner Wolf, bei der Vorstellung der Jahreszahlen. Das abgelaufene Geschäftsjahr hat die Braugruppe, zu der neben Bitburger auch König Pilsner, Licher, Wernesgrüner und Köstritzer gehören, aus Sicht des Managements "recht zufriedenstellend" gemeistert.

Insgesamt aber gibt es zahlreiche Tendenzen, die Bit-Chef Wolf Sorgen bereiten. "Die Aktionitis nimmt immer mehr zu", klagt er. 2003 verkauften die deutschen Brauer noch 25 Prozent ihres Bieres über Angebote, 2009 geht statistisch schon jede zweite Bierflasche im Sonderangebot über die Ladentheke. Zudem steige der Absatz der Billigbiere, eine Entwicklung, die für Premium-Bier-Anbieter Bitburger Anlass zur Sorge gebe. "Für 5,79 Euro pro Kasten kann Bitburger kein Bier verkaufen", sagt Wolf.

Inzwischen locken bereits einige Discounter mit 3,99 Euro für 20 Halbliter-Flaschen. "Dabei setzen der Handel und die Brauerei zu", sagt Wolf. Während Mitbewerber wie die Radeberger-Gruppe über Töchter auch dieses Billigstsegment bedienen, "ist das für die Bitburger Braugruppe keine Überlegung". Im Premium-Segment (Kastenpreis über zehn Euro und national vertreten) fühlt sich Bitburger auch in schwierigen Zeiten wohl.

Mit Bitburger, Wernesgrüner und Köstritzer habe die Gruppe drei Marken im Rennen, die sich 2009 gut entwickelt haben; bei König Pilsner und Licher sei es schwieriger gewesen. "Drei Marken gut, zwei weniger", damit ist Wolf zufrieden.

Die Marke Bitburger hat im vergangenen Jahr mit 3,9 Millionen Hektolitern den Ausstoß von 2008 halten können. Mit rund 50 000 Gastronomie-Partnern hat "Bit" zudem seine Position als Gastronomiemarke Nummer eins in Deutschland verteidigt. In der Braugruppe hält der Bierkonzern mit insgesamt 70 000 von rund 200 000 bundesweiten Gastronomieobjekten auch weiterhin unangefochten den Spitzenplatz im sogenannten Außer-Haus-Segment. Doch auch hier blickt Werner Wolf nicht ohne Skepsis in die Zukunft. Eine älter werdende Bevölkerung, Rauchverbot und Promillegrenzen lassen seit Jahren den Absatz im "Gastro-Bereich" sinken. Wer sich behaupten wolle, müsse die Konkurrenz verdrängen.

Im klassischen Pilssegment musste die Marke Bitburger wie auch die Gruppe leichte Rückgänge verzeichnen. Bitburger legte aber vor allem beim Radler zweistellig zu und überschritt erstmalig die 100 000-Hektoliter-Marke. Der Export stieg um 6,8 Prozent. Für den bekennenden FC-Köln-Fan Wolf ist das Bit-Engagement im Fußball der richtige Weg, um die Marke zu positionieren. Und die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika könnte dem DFB-Partner im Sommer auch wieder helfen. An ein zweites Sommermärchen, wie bei der WM im eigenen Land, kann Wolf aber nicht ganz glauben. "An diese Zahlen kommen wir wahrscheinlich nicht ran."

Angesprochen auf mögliche Zukäufe, wie die Koblenzer Königsbacher oder Produzenten in Luxemburg, ist die Linie klar. Nur Königsbacher im Kernland von Bitburger sei interessant.

Luxemburg Seite 7