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Bit-Dementi: Verkauf kein Thema

Bit-Dementi: Verkauf kein Thema

Die Bitburger Braugruppe hat am Montag Gerüchte dementiert, wonach im Kreis der Gesellschafter über einen Verkauf des Unternehmens nachgedacht worden sei. "Haltlose Spekulationen, die jeder Grundlage entbehren", sagt Sprecherin Kerstin Flötner.

Bitburg. Wer das Getränke-Fachmagazin "Inside" abonniert, muss dafür ganz schön tief in die Tasche greifen. Knapp 300 Euro kostet das Jahres-Abonnement des nicht gerade umfangreichen, alle 14 Tage erscheinenden Magazins. Dafür gibt es exklusive Informationen aus der Getränkebranche, "brisante und unterhaltsame", heißt es in der Eigenwerbung.

"Und auch ärgerliche und falsche Informationen", würde wohl Kerstin Flötner am lieb sten ergänzen. Die Bitburger-Sprecherin ist stocksauer über einen in der aktuellen Ausgabe veröffentlichten Artikel. Dessen Tenor: Unter den rund 30 Gesellschaftern der Inhaber-Familien sei ernsthaft über einen Verkauf der viertgrößten deutschen Biergruppe (Bitburger, König-Pilsener, Köstritzer, Licher, Wernesgrüner) nachgedacht worden. Angeblich soll der erst Mitte Januar zu seinem alten Arbeitgeber Tchibo zurückgekehrte Ex-Bit-Chef Peter Rikowski (44) dazu geraten haben. Begründung: Die Eifeler Braugruppe sei zu klein, "um auf Dauer im deutschen Biermarkt zu bestehen". Einige Gesellschafter sahen dies angeblich ähnlich wie Rikowski. Aber durchgesetzt hätten sich letztlich "die Traditionsbewussten im Gesellschafterkreis", schreibt das Blatt, also die Verkaufs-Gegner.

"Das ist keine seriöse Nachricht", kontert gestern Bitburger-Sprecherin Kerstin Flötner, "sondern eine völlig haltlose Spekulation." Nicht das erste Gerücht, das über "Bitburger in die Welt gesetzt wird, und es wird auch nicht das letzte sein", meint Flötner.

Eine Aussage, mit der die Bit-Sprecherin recht haben dürfte. Mit schöner Regelmäßigkeit dementierte die Kommunikationschefin in der Vergangenheit Verkaufs- oder Übernahmegerüchte, zuletzt vor zwei Jahren. Damals hieß es, der belgische Getränkeriese Inbev wolle die Bitburger Braugruppe übernehmen. Eine "Ente", wie sich herausstellte. Statt Bitburger schluckte Inbev vor einem halben Jahr seinen US-Konkurrenten Anheuser-Busch.

Den seinerzeit noch amtierenden Bit-Geschäftsführer Peter Rikowski ließ die Mega-Hochzeit kalt: "Tangiert uns nicht weiter", sagte Rikowski, und: "Wir sind gut aufgestellt."

Eine Aussage, die nicht von der Hand zu weisen ist. In der im Bundesanzeiger gerade erst veröffentlichten 2007er Bilanz weist die Bitburger Holding einen satten Bilanzgewinn von rund 42 Millionen Euro aus. Signalisiert: Die Gruppe ist finanziell kerngesund - was man auf dem deutschen Biermarkt längst nicht von allen Akteuren behaupten kann.

Die beiden Bit-Geschäftsführer Jan Niewodniczanski und Alfred Müller kündigten erst Ende Januar an, 2009 in alle Brauereien und Marken zu investieren; die Gruppe habe ausreichend Geld auf der hohen Kante.

Das spricht eher dafür, dass die Bitburger Braugruppe nach anderen Übernahmekandidaten Ausschau hält und nicht selbst geschluckt wird.