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Bitburger Gruppe trotzt der Absatzflaute

Bitburger Gruppe trotzt der Absatzflaute

Die Bitburger Braugruppe segelt weiter auf Erfolgskurs: Obwohl auch im vergangenen Jahr bundesweit der Bierabsatz zurückging, legten die Eifeler Brauer zu. Daran soll sich auch im Jahr der Fußball-Europameisterschaft nichts ändern.

Bitburg. Die wichtigste Nachricht für alle Biertrinker: Zumindest bis zum Ende der Fußball-EM am 1. Juli wird die Bitburger Braugruppe die Bierpreise nicht erhöhen. "Danach wird\'s eng", sagte am Montag der Sprecher der Geschäftsführung, Werner Wolf, unserer Zeitung. Der Druck, die Preise zu erhöhen, werde in Zeiten steigender Energie-, Rohstoff- und Arbeitskosten immer größer. Soll wohl heißen: Im zweiten Halbjahr müssen Bierliebhaber wahrscheinlich tiefer in die Tasche greifen.
Oder auch nicht. Denn vor allem der Handel bietet laut Wolf die großen Biersorten verstärkt zu Kampfpreisen an, "um Kunden in die Geschäfte zu bekommen".
Dass ausgerechnet die Premium-Pilsmarken dafür herhalten müssen, schmeckt dem Bitburger-Chef überhaupt nicht. Genau so wenig wie politische Res triktionen, die seiner Ansicht nach mit dem Rauchverbot in der Gastronomie noch nicht beendet sind. Als nächstes werde wohl wieder über Alkohol im Straßenverkehr diskutiert, "dabei haben wird doch schon heute quasi die 0,0-Promille-Grenze", sagt Werner Wolf. Wohl mit ein Grund, warum die alkoholfreien Biere und Biermischgetränke in der deutschen Brauwirtschaft zulegen.
Mit dem Deutschen Fußball-Bund ist sich der langjährige Nationalmannschaftssponsor Bitburger dagegen weitgehend einig über die in diesem Jahr anstehende Vertragsverlängerung. "Wir sind in den letzten Zügen vor der Vertragsunterzeichnung", ist Werner Wolf optimistisch, dass die seit zwei Jahrzehnten bestehende Kooperation auch in den nächsten vier Jahren fortgesetzt wird.
Werbung mit 0,0 Prozent


Der scheidende DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte zuletzt für mächtig Sand im Getriebe gesorgt. Zwanziger sah einen Interessenkonflikt darin, dass sich der DFB einerseits aktiv an der Aktion "Alkoholfrei Sport genießen" beteiligt, während er sich andererseits ausgerechnet von einer Brauerei sponsern lässt.
Offenbar sind diese Differenzen inzwischen beseitigt. "Wir haben sauber herausgearbeitet, dass wir für ein alkoholfreies Produkt werben", sagt der Sprecher der Bitburger-Geschäftsführung.
Fehlt nur noch, dass die deutsche Fußballnationalmannschaft bei der bevorstehenden Europameisterschaft in Polen und der Ukraine erfolgreich spielt und das Wetter dem Spektakel keinen Strich durch die Rechnung macht.
Fällt die Grill- und Biergartensaison im Sommer wie im vergangenen Jahr weitgehend ins Wasser, merken das die Brauer direkt am deutlich zurückgehenden Bierkonsum. "2011 haben wir den verregneten Sommer nur durch einen Jahrhundertfrühling und einen goldenen Herbst auffangen können", sagt der Bitburger-Chef, der unter dem Strich zufrieden ist mit dem Abschneiden der Braugruppe.
"Besser als der Markt"


Auch für dieses Jahr lautet Werner Wolfs Zielvorgabe: "Wir müssen wieder besser sein als der Markt." Gerne würde der ehrgeizige Eifeler Braugruppenchef auch weitere Brauereien hinzukaufen. Am Geld mangelt es dem millionenschweren Unternehmen nicht, eher an der passenden Gelegenheit: "Wir können uns noch zwei, drei Marken vorstellen, aber derzeit sind wir an keinem konkreten Projekt dran und sitzen nirgendwo am Verhandlungstisch", sagt Bitburger-Geschäftsführer.Extra

Die Bitburger Braugruppe hat den Gesamtabsatz über alle seine Marken - Bitburger, König Pilsener, Köstritzer, Licher und Wernesgrüner - im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent auf nun 7,5 Millionen Hektoliter (2010: 7,4 Millionen Hektoliter) gesteigert. Die Bruttoumsatzerlöse stiegen damit um zehn Millionen auf nun 780 Millionen Euro. Damit hat sich die Braugruppe aus der Eifel besser als der deutsche Gesamtbiermarkt entwickelt (minus 0,2 Prozent). Schaut man sich das Flaggschiff der Holding an, die Bitburger Brauerei, so hat sie mit einem Gesamtabsatz von vier Millionen Hektolitern sogar ein Plus von 2,5 Prozent erwirtschaftet. Wären nicht die absatzschwachen "Bit"-Mischgetränke wie Sun, Passion und Copa, fiele das Plus noch größer aus. Denn allein die Marke Bitburger mit Pils, Radler, alkoholfrei und Radler alkoholfrei hat ein Absatzplus von 3,1 Prozent eingefahren. Kassenschlager bleibt das Bitburger Radler, das im Vergleich zum Vorjahr um 14,8 Prozent wächst. Auch wenn die traditionelle Eckkneipe ausstirbt, die der Bitburger Braugruppe gewohnt starken Umsatz beschert hat, so hat sich laut Gruppen-Sprecher Werner Wolf die sogenannte getränkegeprägte Gastronomie leicht positiv entwickelt. Für Wolf ein Grund zu hoffen. Denn gruppenweit bestückt die Bitburger Braugruppe rund 70 000 Gastro-Objekte, davon mit Bitburger rund 50 000. sas