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Briefkästen sind leer geblieben

Briefkästen sind leer geblieben

Hunderte Postzusteller legten gestern in Rheinland-Pfalz und im Saarland die Arbeit nieder. Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft Druck im Tarifkonflikt mit der Post machen. Die Region war von den Aktionen nicht betroffen.

Mainz/Trier. In einigen Orten in Rheinland-Pfalz und im Saarland blieben gestern die Briefkästen leer. Die Gewerkschaft Verdi hatte Postzusteller aus den Niederlassungen in Mainz, Koblenz und Saarbrücken zum Warnstreik aufgerufen. Rund 500 Postboten folgten dem Aufruf. Am Vormittag versammelten sich 370 Angestellte in Mutterstadt, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Knapp 100 Zusteller kamen in Simmern im Hunsrück zusammen. Nach TV-Informationen haben sich daran auch Beschäftigte aus Zell beteiligt, so dass die Briefzustellung in Reil, Burg, Enkirch und teilweise in Traben-Trabrach (alles Orte in der VG Traben-Trarbach) ausgefallen sein soll.
"Wir merken, dass die Leute hinter der Sache stehen", sagte Verdi-Sprecher Jürgen Dehnert. In der Region Trier hat es laut Dehnert gestern sonst keine Aktionen gegeben. Die Zustellung sei dort ohne Behinderungen erfolgt, sagte ein Postsprecher auf Anfrage unserer Zeitung. In den Regionen, in denen es zu Warnstreiks gekommen sei, hätten verbeamtete Mitarbeiter, die nicht streiken dürfen, soweit wie möglich Briefe und Pakete zugestellt.
Mit der Aktion will die Gewerkschaft den Druck im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post erhöhen. Verdi kämpft für Arbeitszeitverkürzungen - von 38,5 auf 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich - und will die Ausgliederung von Beschäftigten in Regionalgesellschaften mit geringerer Bezahlung verhindern. Das Post-Management hatte in der Frage der Arbeitszeitverkürzung verschiedene Ideen zur Verkürzung und Flexibilisierung von Arbeitszeiten vorgelegt, aber die Frage des Lohnausgleichs ausgeklammert. Die nächsten Gespräche sind für den 14. April in Berlin angesetzt.
Bis dahin könne es immer wieder zu vereinzelten Arbeitskampfmaßnahmen kommen, kündigte Verdi-Sprecher Dehnert gegenüber unserer Zeitung an. Nicht ausgeschlossen sei, dass es dann zu Warnstreiks in der Region Trier komme. Die Gewerkschaft werde die Aktionen kurzfristig ankündigen. dpa/wie
Extra

Bei der Deutschen Post DHL haben am Mittwoch nicht nur die Warnstreiks die Zustellung von Briefen und Paketen verzögert. Auch der Frühjahrssturm "Niklas" habe zu Beeinträchtigungen bei der Zustellung geführt, sagte ein Postsprecher. Die Post hatte am Morgen nach Angaben des Sprechers noch keinen Überblick darüber, wie viele Beschäftigte im Ausstand waren und welche Mengen an Briefen und Paketen zunächst liegen blieben. Wegen des Orkans sei unter anderem der Parcel Intercity, ein Pakettransportzug der Post, von München nach Hamburg durch die Bahn komplett abgesagt worden. Um Briefe, Päckchen und Pakete doch noch rechtzeitig zum Empfänger zu bringen, könnte die Post wahlweise Leiharbeitskräfte oder Beamte einsetzen. dpa