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Bundesweit finden derzeit die schriftlichen Abschlussprüfungen der IHK statt.

Ausbildung : Auf Laufwegen zur Prüfung

Bundesweit finden derzeit die schriftlichen Abschlussprüfungen der Industrie- und Handelskammern statt. Allein in der Region Trier sind rund 1500 Prüflinge und 1000 Prüfer am Start. Der Aufwand unter Corona-Bedingungen ist enorm.

Was für das Einkaufen und den privaten Kontakt schon seit einigen Wochen gilt, ist nun auch für die rund 1500 Prüflinge der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier oberstes Gebot: Abstand halten und Hygienestandards einhalten. Doch was offizielle Vorgabe ist, ist in der Umsetzung der schriftlichen Abschlussprüfungen für die Azubis in Corona-Zeiten für die Kammern ein enormer Aufwand. Wurden bisher in einem Raum oftmals bis zu 30 Prüflinge getestet, so dürfen dies nach den aktuellen Hygieneregeln nur noch 15 sein. Das bedeutet: mehr Termine mit jeweils weniger Teilnehmern. „Wir brauchen etwa ein Drittel mehr Räume, um Abstände einhalten zu können“, sagt Ulrich Schneider, Geschäftsführer Ausbildung bei der IHK Trier. So freut er sich, dass die Berufsbildenden Schulen zusätzlich Räume und Aufsichten stellen, und dass die Kammer selbst in Trier mit Bildungs- und Tagungszentrum über zwei große Gebäude verfügt und eigens geschulte IHK-Mitarbeiter Aufsicht führen. „So können alle Azubis ihre schriftlichen Prüfungen unter den vorgeschriebenen Regeln ablegen“, ist er optimistisch.

Andernorts in Rheinland-Pfalz sieht das anders aus: In der Pfalz etwa, berichtet die dortige Kammer, würden Prüfungen auch in großen Firmenkantinen geschrieben, in Rheinhessen wird ein Raum in einem Hotel für Prüfungen genutzt. Und um Warteschlangen vor Sanitäranlagen zu vermeiden, sind in der Pfalz gar zusätzliche Toilettenwagen aufgestellt worden, Desinfektionsmittel würden „ohne Ende“ gebraucht, so die Kammern.

Um in Trier den Abstand zu wahren  und die Regeln einzuhalten, sind in den Gebäuden die Laufwege eingezeichnet. Prüflinge und Prüfer haben ihre Kontaktdaten bereits vorher hinterlassen. Azubi-Gruppen werden zeitlich versetzt eingeladen. „Jede Kammer hat ein eigenes Hygienekonzept entwickelt und mit den Betrieben abgestimmt“, sagt der Ausbildungsgeschäftsführer. Man sei froh über jegliche Unterstützung.

Die IHKs in ganz Deutschland hatten sich im März mit dem Lockdown während der Corona-Pandemie darauf verständigt, die bundesweiten Termine für die schriftlichen Abschlussprüfungen in diese Woche zu schieben. An den ersten beiden Tagen stehen nun die gewerblich-technischen Berufe wie Industriemechaniker, Mechatroniker und Elektroniker an, die kaufmännischen wie Einzelhandels-, Industrie- und Bankkaufleute oder auch Köche an den letzten beiden. Praktische und mündliche Prüfungen laufen schon seit Mai.

Teils werde es diesmal so sein, dass mancher Prüfling erst die mündliche und dann die schriftliche Prüfung habe und daher nicht – wie sonst üblich – direkt nach dem letzten Termin zumindest schon mal die Information bekomme, ob er bestanden habe oder nicht, sagt Ulrich Schneider. Das bedeutet für die rund 190 Prüfungsausschüsse mit insgesamt rund 1000 Prüfern in der Region Trier auch zusätzliche Termine, um die Ausbildung formal abzuschließen. Gerade die praktischen Prüfungen verlangen den Betrieben viel ab. So wurden eigens bewegliche Plexiglaswände etwa bei Westnetz für die Fachgespräche aufgebaut. Bei den Köchen mit ohnehin hohen Hygienestandards tragen die Prüfer zusätzlich ein Visier beim Kosten des Essens.

Schneider: „Bei den Prüfungen läuft bislang alles sehr professionell ab. Wir wollen alle Voraussetzungen dafür schaffen, die Prüfungssituation im Rahmen zu normalisieren und die jungen Menschen zu ihrem verdienten Berufsabschluss begleiten.“