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Bunte Boxen für die Haustür

Bunte Boxen für die Haustür

Eine Inspiration aus dem Norden, zwei Freundinnen und kreatives Potenzial: Vor zwei Jahren haben Stefanie Willems und Maria Becker "die Briefkastenfirma" gegründet. Sie verdienen ihr Geld mit selbst gestalteten Briefkästen.

Trier/Berlin. Aus Schweden kommen viele interessante Dinge. Berühmte Kindergeschichten zum Beispiel, Möbel, Elche, Fleischbällchen und Musik. Und die Geschäftsideen - von Stefanie Willems und Maria Becker.

Diese ergaben sich, als Stefanie Willems bei ihrem Bruder in Schweden Urlaub machte. "Da hatten alle bemalte Briefkästen", sagt Willems. Aus der Erkenntnis wuchs die Idee: Warum nicht selbst auch Briefkästen gestalten? Willems, die Innenarchitektur studiert hat, war überzeugt: Die Idee passt, und eine Mitstreiterin war schnell gefunden: ihre langjährige Freundin Maria, Modedesignerin, inzwischen in Berlin zu Hause. Das war vor zwei Jahren, inzwischen ist "Die Briefkastenfirma" zum Haupterwerb geworden.

20 verschiedene Motive zur Auswahl



Der Rohzustand der Briefkästen ist immer gleich. Metall, silberfarben. Daraus werden bunte Kunstwerke. Dazu bemalen die beiden die Briefkästen von innen und außen und kleben anschließend bedruckte, licht- und wetterbeständige Folie auf. Rund 20 Motive gibt's zur Auswahl - von Blumen über Holz bis zu Engeln und Hunden. Einige sind Kunstwerke im engeren Sinne: Stefanie Willems' Mutter liefert die Vorlage in Form von Acrylgemälden. "Die fotografieren wir dann, drucken das Foto und kleben die Spezialfolie drüber", sagt Willems. Und wem das Bunte noch nicht genug ist, der bekommt noch einen Ton dazu: So ertönt beim Briefkasten mit Hundemotiv ein Bellen, wenn der Briefkasten geöffnet wird. Wer es noch invidueller mag, der kann auch sein eigenes Motiv einreichen.

Ihre Kunden seien sehr unterschiedlich, erzählt Maria Becker. "Wir hatten auch schon Firmen, Läden und sogar einen Fußballverein dabei." Beide machen alles selbst, kümmern sich um den Vertrieb, stellen auf Messen aus und bieten ihre Briefkästen im Internet an ( www.diebriefkastenfirma.de). Für die Produktion reist Becker, die eine eigene kleine Modelinie hat, aus Berlin an, denn die "Werkstatt" ist in Trier. "So haben wir einen schönen Grund, um uns zu sehen", sagt sie. Es sei "total schön", wenn man Freundschaft und Geschäft verbinden könne.

Trotz der Risiken, die die Selbstständigkeit mit sich bringe, sind beide sicher, dass es die richtige Entscheidung war, sich vom Schweden-Urlaub inspirieren zu lassen. Becker: "Es ist schon ein enormes Glücksgefühl, wenn die eigenen Sachen verkauft werden."