Damit die Bank nicht leer bleibt

Damit die Bank nicht leer bleibt

Auszubildende informieren künftige potenzielle Azubis über ihren Beruf - das ist das Konzept des "Bank-Day" am 1. Juni in Trier. Dabei stehen weniger die jeweiligen Arbeitgeber als die Bewerbung und die täglichen Aufgaben während der Ausbildung im Mittelpunkt.

Trier. Banker haben in Zeiten der Finanzkrise nicht unbedingt das beste Image. Dennoch interessieren sich viele Schulabgänger für die Ausbildung bei den Kreditinstituten. Aber was erwartet künftige Bankkaufleute in ihrem Job? Welche Klippen müssen bei der Bewerbung umschifft werden? Wie sind die Karrierechancen nach Abschluss der Ausbildung? Antworten auf diese Fragen wird es für Schüler und deren Eltern am Samstag, 1. Juni, im IHK-Tagungszentrum geben. Aber nicht etwas von Personalleitern oder Ausbildungsverantwortlichen, sondern aus erster Hand, von den Azubis aus dem ersten Ausbildungsjahr.
"Bank-Day" heißt das Kooperationsprojekt, das seit 2011 gemeinsam von den Bankfachklassen der Berufsschule für Wirtschaft in Trier und allen ausbildenden Kreditinstituten des Kreises Trier-Saarburg angeboten wird. Im Januar wurde aus den beiden BBS-Klassen des ersten Bank-Ausbildungsjahrs eine siebenköpfige Projektgruppe gegründet, die nun die gesamte Planung des "Bank-Day" koordiniert. Neben den Inhalten der Veranstaltung steht vor allem die Bewerbung, aber auch die Einhaltung des von den teilnehmenden Banken gestellten Budgets im Mittelpunkt.
Marc Bauer, einer der Projektleiter, bringt das Konzept auf den Punkt: "Es geht nicht darum, die einzelnen Arbeitgeber vorzustellen, sondern um den Beruf und die Ausbildung selbst." Im Projektteam sitzen Azubis von vier verschiedenen Banken, sie haben im Februar damit begonnen, die Aufgaben zu verteilen. Kernpunkt der Veranstaltung, die am 1. Juni in zwei Etappen (11 bis 13 Uhr und 14 bis 16 Uhr) über die Bühne geht, ist die sogenannte Timeline. In einer Zeitschiene wird von den Azubis dargestellt, was ihre künftigen potenziellen Kollegen erwartet - vom Bewerbungsschreiben über die Vorbereitung auf Einstellungstests, den Tagesablauf während der Ausbildung, der Berufsschule bis hin zu den Karriereoptionen. Zudem gibt es ein Planspiel zur Bankausbildung - involviert sind am 1. Juni alle rund 50 Bank-Azubis der beiden BBS-Klassen.
"Wir sind ja nur die Projektgruppe, ohne die Unterstützung und die Ideen unserer Mitschüler ginge das nicht", sagt Jennifer Wolf. Sie hatte sich durch den "Bank-Day" im Vorjahr für die Ausbildung entschieden. Genau anders war es bei Laura Hölzmer, ebenfalls Mitglied der Projektgruppe: "Ich war nicht auf einer solchen Informationsveranstaltung, hätte es aber gut gefunden, wenn man mir erklärt hätte, was mich erwartet. Und genau aus diesem Grund mache ich jetzt in der Projektgruppe mit."
Auf vielen Ebenen wird die Veranstaltung nun für Schüler der Klassen 9 und 12 beworben. "Das ist unsere Kernzielgruppe, schließlich steht für sie im nächsten Schuljahr die Entscheidung der Berufswahl an", sagt Katja Brosius. Ein Logo wurde kreiert, auf Facebook gibt es Informationen und ein Gewinnspiel. Derzeit wird gerade ein Werbevideo für den "Bank-Day" gedreht. Zusätzlicher Höhepunkt - neben der reinen Information - ist der Auftritt von Kevin Staudt, bekannt aus Fernseh-Castingshows. "Wir hoffen auf 300 Schüler und deren Eltern, das wäre ein gutes Ergebnis", sagt Kerstin Gitzinger.
Unterstützt wird die Projektgruppe nicht nur von den Banken und den Azubis des zweiten Ausbildungsjahrs, die 2012 den "Bank-Day" organisiert hatten, sondern auch speziell von der Berufsschule. "Unsere Schüler lernen dabei viel über Projektmanagement - und das an einem realen Beispiel aus der Praxis", sagt BBS-Lehrer Jürgen Schmidt: "Es ist auch ihre Aufgabe, qualifizierte Azubis zu finden." Dabei hätten, sagt Schmidt, nicht nur Gymnasiasten, sondern auch Realschüler die Chance, einen Ausbildungsplatz zu erhalten.
Und nebenbei können die jungen Bank-Azubis auch noch das Image eines ganzen Berufsstands aufpolieren.