Das Bier wird teurer

Nach fünf Jahren erhöht die Bitburger Braugruppe erstmals wieder die Bierpreise. Sinkender Bierabsatz sowie steigende Rohstoff- und Energiepreise ließen der Braugruppe keine Alternative, teilt das Unternehmen mit.

Bitburg. Die Bitburger Braugruppe erhöht zum 1. Oktober die Bierpreise. "Eine Preiserhöhung wäre bereits im vergangenen Jahr notwendig gewesen. Jetzt können wir die enormen Kostensteigerungen - unter anderem bei Rohstoffen, Energie oder Glas - nicht mehr länger auffangen. Unsere Einsparpotenziale sind ausgereizt", begründet Werner Wolf, Sprecher der Geschäftsführung der Bitburger Braugruppe, die Entscheidung. Wie hoch die Erhöhung ausfällt, teilte Bitburger nicht mit: Dies sei die Entscheidung des Handels, sagte eine Unternehmenssprecherin.
Bei der letzten Preiserhöhung 2008 war die Braugruppe in dieser Hinsicht noch deutlich offener. Damals stieg der Bierpreis um sieben Prozent, was beim 0,2-Pils gut zehn Cent pro Glas ausmachte und bei Flaschenbier etwa einen Euro je Kasten.
Lage noch einmal verschärft


Schon 2012 hatte die Braugruppe für Oktober eine Preiserhöhung angekündigt, sie dann aber im August überraschend zurückgenommen. Als Erklärung nannte der Brauereikonzern damals, dass "der Markt eine Preiserhöhung nicht zulässt".
Doch angesichts der ersten Monate scheint sich die Lage in der Branche noch einmal verschärft zu haben. Bundesweit ist der Bierabsatz von Januar bis Mai um 4,1 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt mit. Insgesamt wurden knapp 37,4 Millionen Hektoliter getrunken, im gleichen Zeitraum 2012 waren es fast 39 Millionen Hektoliter. Die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern ist dabei zwar überall negativ, aber doch recht unterschiedlich. In Rheinland-Pfalz/Saarland ging der Absatz in den ersten fünf Monaten um 8,5 Prozent zurück, in Nordrhein-Westfalen um 2,9 Prozent. Am besten schlug sich Bayern mit einem Rückgang um 0,3 Prozent.
Dabei war schon das Vergleichsjahr 2012 für die Bierbranche schwierig. Auch für die Bitburger Braugruppe: Die Nummer vier in Deutschland - gemessen am Gesamtausstoß - fiel unter die 7,5-Millionen-Hektoliter-Marke (minus 0,6 Prozent gegenüber 2011, Gesamtmarkt minus 1,3 Prozent). Der Hoffnungsschimmer im Konzern von Bitburger, König Pilsener, Königsbacher, Licher, Nette, Köstritzer und Wernesgrüner ist Bitburger: Der Absatz stieg um 1,1 Prozent auf über vier Millionen Hektoliter.Extra

Zur Bitburger Braugruppe gehören die Marken Bitburger, König Pilsener, Köstritzer, Licher und Wernesgrüner. Seit 2010 hält das Unternehmen außerdem die Marken- und Vertriebsrechte für Königsbacher und Nette. Das Unternehmen beschäftigt in der Gruppe etwa 1700 Mitarbeiter, 1000 in Bitburg. hw

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