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Das ganze System im Blick behalten

Das ganze System im Blick behalten

Wie kann ich mein Haus energetisch optimieren? Welche Anforderungen stellt der Gesetzgeber? Wie groß ist die Energieeinsparung, die sich durch den Fensteraustausch erzielen lässt? Fragen, die am Wochenende vom 21. und 22. Februar auf der Verbrauchermesse "Öko 2015" in Trier beantwortet werden.

Trier. Horst Langen kommt als Obermeister der Sanitär-, Heizung- und Klima-Innung Trier-Saarburg schnell auf den Punkt: "Wenn eine Heizung wie ein Auto für jeden sichtbar vor dem Haus parken würde, käme ihr bedeutend mehr Aufmerksamkeit zu", sagt er und fügt an: "Die meisten Menschen denken im Jahr nur zweimal an ihre Heizung: wenn die Rechnung vom Energieversorger kommt und wenn die Heizperiode beginnt."
Im Augenblick denken viele Menschen sogar ein drittes Mal an ihren Wärmespender: Die Bundesregierung hat in der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) festgelegt, dass Heizungsanlagen, die älter als 30 Jahre sind, aus Gründen des Umweltschutzes gegen neue energiesparende Modelle ausgetauscht werden müssen. Doch wie so oft gilt: keine Regel ohne Ausnahme.
"Heizungen im selbst genutzten Einfamilienhaus sind davon ausgenommen. Diese Regelung würde vor allem Rentner treffen, die diese große Investition oft nicht mehr stemmen können oder wollen", weiß Langen. Und er weist auf eine weitere Ausnahme hin: "Das Zweifamilienhaus, in dem eine Wohnung vom Eigentümer selbst genutzt wird."
Keine Dämmung ohne Lüftung


Anders aber verhält es sich, wenn das Ein- oder Zweifamilienhaus verkauft wird: "Dann muss der neue Eigentümer eine moderne Heizung einbauen." Wer glaubt, dieses Gesetz habe dem Handwerk nun eine wahre Auftragsflut beschert, irrt. "Bei 1000 Wartungsaufträgen stoßen wir auf zwei bis drei Anlagen, die erneuert werden müssten", weiß der Obermeister. Aufgrund der niedrigen Zinsen hätten viele Kunden in ihre Häuser investiert.
Wenn es um Energieeinsparung geht, denken Hausbesitzer oft zuerst an den Austausch der Heizung. "Doch nicht immer ist die Heizung der Schwachpunkt, das können auch die Fenster oder nicht ausreichende Dämmungen sein." Als Heizungsbauer müsse man deshalb das gesamte Gewerk im Auge haben. "Das erfordert eine regelmäßige und intensive Weiterbildung aller Mitarbeiter."
Mit der richtigen Dämmung im Dach- und Außenbereich sowie dem Austausch von Fenstern lässt sich viel Energie einsparen: "Denn Wärme steigt immer nach oben." Doch will auch die richtige Dämmung gelernt sein: "Wenn ich mein Haus von innen und außen dick einpacke und dabei keine kontrollierte Wohnungslüftung einbaue, sind dem Schimmelpilz Tür und Tor geöffnet."
Ebenso wichtig ist dem Obermeister der hydraulische Abgleich, der überdimensionierten Heizkörpern entgegenwirken soll: "Mechanische Bauteile sorgen dafür, dass jeder Heizkörper nur die Menge an Wärme bekommt, die zur Erwärmung des Raumes auch tatsächlich erforderlich ist." Damit spare man nicht nur etwa zehn bis 20 Prozent der Jahresenergie ein, sondern entlaste so auch die Heizung und beuge damit einem vorzeitigen Verschleiß vor.
Der Heizungsaustausch, die richtige Dämmung und der hy-draulische Abgleich sind auch Themen der "Öko 2015 - Bauen & Sanieren" am Wochenende vom 21. und 22. Februar mit 128 Ausstellern im Messepark Trier. Der Eintritt ist frei.
Weitere Infos unter <%LINK auto="true" href="http://www.oeko-trier.de" class="more" text="www.oeko-trier.de"%>.
Extra

Mit diesen Kosten muss man bei Renovierungen rechnen: Austausch eines Heizkessels: 5000 bis 10 000 Euro (Einfamilienhaus) Aufbau einer Solaranlage: 5000 bis 10 000 Euro Austausch eines herkömmlichen Fensters: 1000 Euro je Fenster Außendämmung: 100 bis 150 Euro/Quadratmeter Dämmmaterial innen: 80 bis 130 Euro/Quadratmeter Hydraulischer Abgleich: 50 bis 70 Euro je Heizkörper flo