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Das interkommunale Gewerbegebiet Humos in Morbach

Morbach : Kooperation sichert Platz für große Betriebe

Das interkommunale Gewerbegebiet Humos ist eine Erfolgsgeschichte: Fast 1000 Menschen haben dort einen Arbeitsplatz in der Nähe von Morbach gefunden.

Ein Gewerbegebiet, das schon aus vielen Kilometern Entfernung zu sehen ist: Das ist Humos, ein interkommunaler Gewerbepark zwischen Gutenthal und Morbach. 961 Beschäftigte finden in dem fast 100 Hektar großen Gebiet bei sieben Betrieben Arbeit. Träger des interkommunalen Gewerbeparks ist ein Zweckverband. Daran beteiligt sind die Gemeinde Morbach mit 79,88 Prozent, die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues mit 11,72 Prozent und die Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf mit 8,39 Prozent. Bei der Gründung des Gewerbeparks im Jahr 1995 waren ursprünglich auch die Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron und der Landkreis beteiligt.

Das beste für die drei heute beteiligten Kommunen: Der Zweckverband ist schuldenfrei. Zudem kann er auf Verbandsumlagen verzichten, im Gegenteil. Er schüttet an die drei Kommunen sogar Erlöse aus, sagt Matthias Schabbach, Geschäftsführer des Zweckverbandes Humos. Diese schwanken zwischen einer und 1,3 Millionen Euro pro Jahr.

„Der Zweckverband ist angetreten, ein Gewerbegebiet für großflächige Ansiedlungen zu entwickeln“, sagt er. Das ist Anfang der 1990er. Damals hatte man ursprünglich geplant, das Gewerbegebiet an der Mosel zu errichten, doch war dies dort aufgrund der Topografie nicht möglich gewesen, „auf dem Hunsrück schon“, sagt er. Dabei sollten sich trotzdem auch kleine Unternehmen ansiedeln können.  Mit dem großflächigen Unternehmen Papier Mettler und den weiteren Ansiedlungen ist die damalige Zielsetzung voll erreicht worden, sagt Schabbach. Das Gebiet ist fast zu 100 Prozent vermarktet.

Und Erweiterungen sind in Arbeit: Direkt im Anschluss sollen zwischen dem Gewerbegebiet und dem Morbacher Ortsteil Gutenthal in einem zweiten Teilgebiet weitere 17 Hektar erschlossen werden. Hier erfolgt jetzt die Bauleitplanung. „Voraussichtlich sind im Jahr 2022 Ansiedlungen möglich“, sagt Schabbach. Die Flächen seien im Grunde bereits vermarktet.

Hinzu kommt eine mögliche Erweiterung an einem anderen Standort. Bei Gonzerath möchte die Gemeinde Morbach die Fläche des dort vorgesehenen Gewerbegebiets Hinter Kreuz, das nur wenige hundert Meter entfernt von einer Auffahrt zur B 50 neu liegt, verdoppeln und unter die Trägerschaft des Zweckverbands stellen. Denn dessen Wirkungskreis ist nicht an den derzeitigen Standort gebunden, sagt Schabbach. Dazu sind jedoch Verhandlungen mit allen Beteiligten notwendig.

Doch wie ist es in den 1990er Jahren zu dem Gewerbegebiet Humos (zusammengesetzt aus den ersten Silben von Hunsrück und Mosel) gekommen? Damals zeigte sich der Hunsrück als landwirtschaftlich geprägte und dünn besiedelte Region, während das Moseltal aufgrund des Tourismus, der Schifffahrt und des Weinbaus traditionell prosperierte. In mehreren Kommunen mangelte es seinerzeit an Gewerbeflächen. Gemeinsam entschied man sich 1992 für eine Kooperation, um ein interkommunales Gewerbegebiet zu gründen, den strukturschwachen Wirtschaftsraum zu stärken und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Aus 28 vorgeschlagenen Standorten entschied man sich 1994 für das Gelände bei Morbach.

Die entscheidenden Faktoren waren, dass ein großer Teil der Flächen bereits von der öffentlichen Hand verfügbar war, die geringen Erschließungskosten und die zentrale Lage.  Zudem kam dem Standort zugute, dass die Einheitsgemeinde in der Gründungszeit des Gewerbeparks von einem Förderprogramm des Bundes profitieren konnte und man sich erhoffte, im Gewerbepark Humos überregionale Firmen anlocken zu können.

 Von weitem sichtbar: Die Lagerhallen des Unternehmens Papier-Mettler im Gewerbepark Humos bei Morbach.
Von weitem sichtbar: Die Lagerhallen des Unternehmens Papier-Mettler im Gewerbepark Humos bei Morbach. Foto: Christoph Strouvelle
 Auch kleinere Unternehmen wie ein Autohaus haben sich im Gewerbepark Humos angesiedelt.
Auch kleinere Unternehmen wie ein Autohaus haben sich im Gewerbepark Humos angesiedelt. Foto: Christoph Strouvelle

1997 erfolgte die erste Ansiedlung durch das bereits in Morbach ansässige Unternehmen Papier Mettler. Heute sind weiter dort ansässig der Hunsrückgrill, die TBR Tankanlagen und Behälterbau, die Elektrotechnikfirma Ritter GmbH, die UC-Technik GmbH, die Hand in Hand Industriemontage GmbH sowie der KFZ-Händler Auto Gorges. Ebenfalls in Humos ansiedeln will sich die aus Morbach stammende Bauunternehmung Knob.