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Das Meister-Bafög wird ausgeweitet

Das Meister-Bafög wird ausgeweitet

Selten war man sich im Parlament so einig: Die Ausweitung des Meister-Bafögs wurde gestern von allen Bundestagsfraktionen begrüßt - auch wenn sich Linke und Grüne bei der Abstimmung enthielten.

Berlin. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zur Novelle des sogenannten "Aufstiegsfortbildungsförderungs-Gesetzes".

Warum sollen mehr Menschen vom Meister-Bafög profitieren?

Die Koalition hofft auf einen Motivationsschub bei der Weiterqualifizierung. Laut dem SPD-Bildungspolitiker Ernst-Dieter Rossmann schließen pro Jahr rund 400 000 junge Menschen erfolgreich eine Berufsausbildung ab. Aber nur ein Fünftel von ihnen qualifiziert sich später weiter, der Rest verzichtet oft aus Geldgründen. Angesichts des Fachkräfte-Mangels sind das deutlich zu wenig. Die Förderung soll Arbeitnehmern helfen, ihren Unterhalt während eines Vollzeit-Lehrgangs zu bestreiten und die Gebühren für Kurs und Prüfung zu bezahlen.

Wer wird gefördert?

Neu ist, dass nun auch Fortbildungen von Erziehern und Altenpflegern gefördert werden können. Ansonsten können Handwerker und andere Fachkräfte den Zuschuss beantragen, wenn sie sich zum Beispiel weiterqualifizieren wollen zu Handwerks- oder Industriemeistern, Technikern, Fachkaufleuten oder Betriebswirten. Gefördert werden auch Kurse, die zum Schritt in die Selbstständigkeit führen.

Wie hoch sind die Fördersätze?

Dadurch, dass der Kinderzuschlag von derzeit 179 Euro auf 210 Euro pro Monat angehoben wird, verändern sich laut Bundesbildungsministerium zum Teil die Sätze beim Meister-Bafög. 670 Euro erhalten Alleinstehende ohne Kind, 880 Euro gibt es für Alleinstehende mit einem Kind, 885 Euro für Verheiratete, 1095 Euro für Verheiratete mit einem Kind und 1305 für Verheiratete mit zwei Kindern. Der Zuschuss beläuft sich jeweils auf 332 Euro, der Rest ist Darlehen. Zugleich wird es für Alleinerziehende einen Kinderbetreuungszuschlag von 113 Euro pro Kind und Monat als Zuschuss geben.

Wann muss das Geld zurückgezahlt werden?

Nach spätestens sechs Jahren muss damit begonnen werden, den Darlehensanteil am Bafög-Satz zurückzuzahlen. Wer allerdings eine Fortbildung erfolgreich abschließt, dem werden als Belohnung 25 Prozent des Darlehens erlassen. Wer nach der Fortbildung ein Unternehmen gründet und Mitarbeiter einstellt, bekommt zudem noch einen Extrabonus.

Was ist noch neu?

Nicht mehr nur die erste Fortbildung wird bezuschusst. Wer bereits auf eigene Kosten einen Lehrgang absolviert hat, kann nun auch für einen zweiten in den Genuss des Meister-Bafögs kommen. Außerdem wird die Förderung für ausländische Arbeitnehmer verbessert, die dauerhaft in Deutschland leben.

Wo gibt es Förderanträge?

Im Internet unter www.meister-bafoeg.info.de sind die Anträge zu finden, dazu viele weitere Informationen.