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Ausbildungsmesse
Dem Handwerk auf die Finger geschaut

Thomas Brandscheid von der Föhrener Zimmerei Mario Spitzner erklärt Interessierten sein Handwerk (linkes Foto). Ralf Schmitz, Leiter des Berufsbildungszentrums Bau der HWK Trier, weiß wie Jugendliche für eine Ausbildung zu motivieren sind.
Thomas Brandscheid von der Föhrener Zimmerei Mario Spitzner erklärt Interessierten sein Handwerk (linkes Foto). Ralf Schmitz, Leiter des Berufsbildungszentrums Bau der HWK Trier, weiß wie Jugendliche für eine Ausbildung zu motivieren sind. FOTO: TV / Heribert Waschbüsch
Trier. Mehr als 500 Besucher informieren sich bei der Ausbildungsmesse „Chance Haandwerk“ in Trier. Von Heribert Waschbüsch
Heribert Waschbüsch

Neues Konzept, neue Örtlichkeiten und viele Aussteller: Die Handwerkskammer Trier (HWK) hat bei der Ausbildungsmesse „Chance Handwerk“ Erprobtes mit Innovativem verbunden und ist belohnt worden. Rund 500 interessierte Jugendliche mit ihren Eltern, Lehrern oder Betreuern informierten sich im Bildungszentrum der Handwerkskammer über die vielen Ausbildungsmöglichkeiten in den Handwerksberufen. „Wir sind sehr froh, dass diesmal so viele Betriebe mitmachen“, freut sich der HWK-Hauptgeschäftsführer, Axel Bettendorf. „Sie können direkt Jugendliche ansprechen, ihnen ein Praktikum oder eine Lehrstelle anbieten.“ 65 Unternehmer waren vor Ort und machten Handwerk erlebbar. Das war auch möglich, weil zum ersten Mal die Räume des im Bau befindlichen neuen Bildungszentrums mitgenutzt wurden. „Es ist etwas kühl, doch es hat sich gelohnt“, findet HWK-Geschäftsführer Ausbildung Carl-Ludwig Centner und betont: „Das Handwerk hat bei dieser Messe ein Alleinstellungsmerkmal und viel Platz, um den Besuchern zu zeigen, was das Handwerk so attraktiv macht.“

Die duale Ausbildung in einem Handwerksberuf gewinnt wieder an Stellenwert. Gute Einstiegs- und Aufstiegschancen samt Beschäftigungsgarantie (siehe Artikel links). In diesem Jahr verzeichnet die HWK mit 1253 neuen Ausbildungsplätzen ein Plus von 1,3 Prozent. Mehr als sieben Prozent der neuen Verträge haben junge Menschen mit Migrationshintergrund abgeschlossen. Dieses Potenzial, den Fachkräftemangel zu mildern, zeigt sich auch bei der Messe. Ralf Schmitz, Leiter des Berufsbildungszentrums Bau der HWK, erklärt dem 17-jährigen Alisina aus dem Irak und seine Freunden einige Kniffe im Maurerhandwerk. Die Jungen könnten sich keinen besseren Fachmann wünschen. Schmitz ist neben seiner Hauptbeschäftigung zudem  Bundestrainer des Handwerksnachwuchses im Maurerhandwerk. Trier-Saarburgs Innungsobermeister Eugen Müller ist mit dem Zusammenspiel von Kammer und Innung zufrieden. Den jungen Männern könne man ein Praktikum anbieten, um zu sehen, ob die Ausbildung etwas für sie ist. Alisina will seine Chance nutzen. „Ich habe die Arbeit schon gemacht, und ich möchte noch viel lernen.“ Seit einem Jahr ist er in Deutschland und seine Sprachkenntnisse sind schon prima. „Das ist wichtig, denn die Sprache ist immer die größte Hürde“, erklärt Eugen Müller.

Im Bau- und Bauausbaubereich werden derzeit rund 150 Jugendliche in den unterschiedlichsten Bereichen (50 Maurer, 31 Zimmerer, knapp 50 Straßenbauer, 14 Fliesenleger und 8 Stuckateure) ausgebildet. Auch die Azubis des Betriebs Mario Spitzner Bauen mit Holz aus Föhren gehören dazu. Bei der Messe erklärt Geselle Thomas Brandscheid die Besonderheiten des Berufs und wirbt bei vielen Interessierten „für den schönsten Job“. Solche Imagewerbung tut dem Handwerk gut, findet Carl-Ludwig Centner. Anlagemechaniker für Sanitär, Heizung, Klimatechnik, Bäcker, Feinmechaniker, Friseure, Gerüstebauer, Hörgeräteakkustiker Schornsteinfeger, Stuckateure, Stahlbetonbauer, Tischler, Zahntechniker, Zimmerer oder auch Zweiradmechaniker, die Chancen im Handwerk seinen Traumjob zu finden zu finden, seien riesig. Rund 400 Lehrstellen sind noch in diesem Jahr zu besetzen.

Ralf Schmitz, Leiter des Berufsbildungszentrums Bau der HWK Trier, weiß wie Jugendliche für eine Ausbildung zu motivieren sind.
Ralf Schmitz, Leiter des Berufsbildungszentrums Bau der HWK Trier, weiß wie Jugendliche für eine Ausbildung zu motivieren sind. FOTO: TV / Heribert Waschbüsch