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Den alten Wunsch vom eigenen Häuschen erneuern

Den alten Wunsch vom eigenen Häuschen erneuern

Der Verband Wohneigentum Rheinland-Pfalz e.V. hat zum Landesverbandstag 2014 nach Wittlich eingeladen. Die Delegiertenversammlung wählt Helmut Weigt aus Mainz zum neuen Landesvorsitzenden.

Wittlich. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt agiert der Verband Wohneigentum Rheinland-Pfalz e.V. im Sinne derer, die sich für die Förderung des Baus und des Erwerbs von selbst genutztem Wohneigentum einsetzen. Einerseits sollen für junge Familien, andererseits für ältere Haus- und Wohnungseigentümer, die jeweils günstigsten Rahmenbedingungen geschaffen werden, Wohneigentum zu schaffen und zu erhalten.
Drei Fragen beschäftigen die Mitglieder besonders: Wie kann der aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts stammende Siedlergedanke modernisiert werden? Wie können junge Menschen für den Verband interessiert werden? Und wie kann die auf fünf Prozent gestiegene Grunderwerbssteuer gemildert werden?
Der bisherige Landesvorsitzende Roland Walther zog seine Bilanz und gab nach elf Jahren den Vorsitz ab. "Die schwerste Aufgabe in diesen Jahren war, Siedlergemeinschaften, die sich schon aufgelöst hatten, zu animieren, dass sie weiterhin einen Vorstand bilden und ihre Mitglieder betreuen", resümierte Walther.
Da liegt offensichtlich ein Kernproblem des Verbandes: In der Nachkriegszeit haben die Kommunen Baugrund zur Verfügung gestellt und es wurden Siedlungshäuser gebaut. Die wurden in erster Linie kinderreichen und bedürftigen Familien zur Verfügung gestellt. Das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt weit jenseits von 60 Jahren, die damalige Situation ist heute nicht mehr aktuell.
Der neu gewählte Landesvorsitzende Helmut Weigt zu seinen Plänen für die Zukunft: "Ich möchte den alten Siedlergedanken, der auf einem Miteinander und Füreinander beruhte, modernisieren. Wir müssen für eine zukunftsweisende Verbandsarbeit junge Menschen gewinnen." Da liegt also viel Arbeit vor dem neuen Vorsitzenden und dem neuen Vorstand.
"Der Verband organisiert Leute, die sich seinerzeit aus dem Gedanken der Solidarität und des Gemeinschaftswesens gefunden haben. Politik kann vermittelnd unterstützen", sagte Festredner Finanz- und Bauminister Carsten Kühl. Er sagte auch: "Ich glaube, die Erhöhung der Grunderwerbsteuer von 3,5 auf fünf Prozent durch die Bundesländer wird nicht mehr rückgängig gemacht. Ich kann hier aber keine Hoffnungen wecken", sagte Kühl.Extra

Der Verband Wohneigentum e.V. ist die Nachfolgeorganisation des "Deutschen Siedlerbundes - Gesamtverband für Haus- und Wohneigentum". Der wurde 1919 als "Freie Arbeitsgemeinschaft für Kriegssiedlungen e.V." mit Sitz in Dresden gegründet. Der gemeinnützige Verein setzt sich für die ideelle Förderung des Baues und Erwerbs von selbst genutztem Wohneigentum ein. Der Bundesverband mit Sitz in Bonn vereint 16 Landesverbände mit rund 160 000 Mitgliedern. rh