Der Preis ist heiß

Schluss mit unterschiedlichen Flughafengebühren: Die EU will die Preisgestaltung der Flughäfen vereinheitlichen und damit Ticketpreise transparenter machen. Was bedeutet das für den Flughafen Hahn?

Hahn/Straßburg. Kunden von Billigfliegern kennen es: Der auf der Internetseite zunächst angezeigte Ticketpreis unterscheidet sich oft nicht unerheblich vom Endpreis, den man letztlich bezahlen muss. Zu dem Flugpreis kommen nämlich noch Landegebühren, Gebühren für Sicherheitskontrollen oder Gepäckabfertigung. Allerdings sind diese Gebühren von Flughafen zu Flughafen unterschiedlich. Auf dem Hahn betragen Gebühren und Steuern für den irischen Billigflieger Ryanair 14,49 Euro. Auf Mallorca etwa kommen zu den Ticketpreisen von Ryanair noch 22,42 Euro an Steuern und Gebühren hinzu. Die EU will nun einheitliche Regeln für Flughafengebühren. Gestern berieten die Europa-Parlamentarier in erster Lesung darüber. Dabei geht es vor allem um die Flughafenbetreiber. Fluggesellschaften werfen ihnen vor, ihre Marktmacht zu missbrauchen und die Preise in die Höhe zu treiben. Nun soll ein Verfahren gefunden werden, mit dem die Gebühren für alle europäischen Flughäfen einheitlich berechnet werden können. Es läuft wohl auf einen Kompromiss hinaus: Während die EU-Kommission die Regelung auch für kleinere Flughäfen mit einer Million Passagieren anwenden will, einigten sich die Parlamentarier gestern darauf, dass sie erst ab einem jährlichen Passagier-Aufkommen von fünf Millionen Euro greifen soll. Der Hahn mit rund vier Millionen Passagieren wäre davon (noch) nicht betroffen. Die CDU-Europa-Abgeordnete Christa Klaß (Osann-Monzel) begrüßt die Regelung. Aus ihrer Sicht würde der Hahn davon profitieren, wenn andere Flughäfen zu einem vergleichbaren Standard wie der Hunsrückflughafen verpflichtet würden. Ähnlich sieht es der Cochemer SPD-Abgeordnete Ralf Walter. Es gehe nicht darum, den Hahn zu schützen. Sein CDU-Kollege Werner Langen rechnet allerdings damit, dass der Hahn spätestens in zwei Jahren unter die Regelung fällt, falls das Passagieraufkommen weiterhin wie bisher wächst.