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Der rote Teppich ist schon ausgerollt

Der rote Teppich ist schon ausgerollt

Die Veranstalter rechnen bei der Öko 2016 mit Tausenden Besuchern. Ein prominenter Gast ist ihnen sicher. Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentral Verbands des Handwerks (ZDH) hat sein Kommen zugesagt. Deutschlands oberster Handwerkschef sprach im Vorfeld mit TV-Redakteur Heribert Waschbüsch.

Trier. Flüchtlingswelle, Nachwuchsmangel und neue technische Anforderungen - das Handwerk in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer ist optimistisch, dass das Handwerk das packt. Dem Handwerk fällt es schwer, genügend Nachwuchs zu finden. Ist die Flüchtlingswelle eine Chance für die Betriebe?Wollseifer: Hilfe für Schutzsuchende ist zunächst einmal eine humanitäre Herausforderung, auch für das Handwerk. Viele Betriebe stellen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab, für ehrenamtliche Tätigkeiten beispielsweise in den Hilfsorganisationen oder dem THW. Wir sind außerdem bereit, junge Asylbewerber mit Interesse am Handwerk auf eine Ausbildung vorzubereiten. Da bieten sich Chancen für beide Seiten. Wie können ZDH und Kammern hier helfen?Wollseifer: Schulische oder berufliche Vorbildung sind bei den meisten Flüchtlingen auf niedrigem Niveau. Wir haben daher mit der Bundesagentur für Arbeit und der Bundesbildungsministerin verabredet, in den kommenden beiden Jahren bis zu 10 000 Jugendliche auf eine Ausbildung vorzubereiten. Ein Sprachkurs und eine ausführliche Berufsorientierung in den Bildungsstätten der Handwerksorganisationen gehören dazu. Erst dann können wir die Verantwortung für die Ausbildung an die Betriebe weitergeben. Welche Erwartungen haben Sie dabei an die Politik?Wollseifer: Die Politik muss noch ihre Zusage einhalten, dass alle Asylbewerber, wenn sie eine Ausbildung begonnen haben, diese auch beenden können - und danach noch mindestens zwei Jahre beim Betrieb bleiben und Erfahrungen sammeln können. Wie sehen Sie die bisherige Entwicklung? Wo gibt es bereits gute Ansätze?Wollseifer: Die Jugendlichen aus Afrika oder Nahost müssen erstens bereit sein, eine Ausbildung zu absolvieren, und zweitens die deutsche Sprache ausreichend beherrschen - damit haben wir bisher gute Erfahrungen gemacht. Sowohl in Projekten in den Bildungsstätten wie auch in den Betrieben. Die Energiewende und die Digitalisierung sind für die Handwerksbetriebe große Herausforderungen. Wie können die gemeistert werden?Wollseifer: Energieeffizienz ist Top-Thema im Handwerk. Es wird künftig noch wichtiger. Daher brauchen wir mehr Nachwuchs, müssen bei der Ausbildung auf dem letzten Stand der Technik sein. Ein Leuchtturmprojekt dafür entsteht gerade hier in Trier: Das neue Bildungszentrum ist das erste im Handwerk nach Passivhausstandard. Was die Digitalisierung angeht, gibt es bereits einen Leuchtturm in Rheinland-Pfalz: In Koblenz richten wir eines von vier Schaufenstern eines digitalen Netzwerks mit dem Schwerpunkt "Prozessmanagement 4.0 zur Professionalisierung von Unternehmensabläufen" ein - damit wollen wir alle Betriebe dabei unterstützen, mit der digitalen Entwicklung in ihrem Gewerk Schritt zu halten. Worauf freuen Sie sich bei der Öko 2016?Wollseifer: "Energieeffizienz" und "Nachhaltigkeit" - das sind bundesweit Top-Themen für das Handwerk. Die Öko 2016 ist eine gute Gelegenheit für Jugendliche, die entsprechenden Berufe des Handwerks intensiv zu erleben und kennenzulernen. Getreu dem Jahresmotto des Handwerks: "Die Zukunft ist unsere Baustelle." hwExtra

Rund 130 Aussteller haben sich für den 20. und 21. Februar angemeldet und präsentieren im Messepark Trier ihre Produkte rund um das Bauen und das Sanieren. Damit knacken die Veranstalter erstmals die Ausstellungsfläche von 5000 Quadratmetern. Bei kostenfreiem Eintritt hoffen die Veranstalter auf rund 15 000 Gäste. Dazu beitragen sollen auch einige Neuerungen. So wird dem Sicherheitsaspekt großer Raum geboten. Neu ist das Thema Einbruchschutz. Vertreter des Polizeipräsidiums informieren und zeigen Maßnahmen, wie sich Wohnungen und Häuser vor Dieben sichern lassen. Die Themenschwerpunkte Energie- und Heiztechnik, Gebäudeenergieberatung, Wärmedämmung, Um- und Ausbau und barrierefreies Wohnen locken auch in der 16. Auflage die Bau- und Sanierungswilligen. Mit einer ganzen Reihe von Fachvorträgen wird das Programm der Ökomesse abgerundet. Interessierte haben heute, Samstag, 20. Februar, und Sonntag, 21. Februar, Gelegenheit, sich von 10 bis 18 Uhr im Messepark Trier zu informieren. hw