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Der Sommer hat die Wende gebracht

Der Sommer hat die Wende gebracht

Der Sommer hat in diesem Jahr lange auf sich warten lassen. Doch dann hat er Einheimische und Gäste noch verwöhnt. Auch das Gastgewerbe hat von dieser Aufholjagd noch profitiert.

Trier. Das Wetter spielt im Tourismus immer eine wichtige Rolle - und da hat der Sommer nach Ansicht des Gastgewerbes noch rechtzeitig die Kurve bekommen. Nach einer Umfrag der Industrie- und Handelskammer sind die heimischen Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe mit der abgelaufenen Saison zufrieden. 52 Prozent aller Betriebe stufen die Geschäftslage als gut ein. Das geht aus der aktuellen Saisonumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier hervor. Dabei sprachen 67 Prozent der Beherbergungsbetriebe von einer guten Geschäftslage. Das sind zehn Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr.
Umsätze gestiegen


Die Umsätze im Gastgewerbe sind in der Region Trier 2016 überdurchschnittlich gut gestiegen. 44 Prozent der Beherbergungsbetriebe und 45 Prozent der Gastronomiebetriebe meldeten höhere Umsätze als noch ein Jahr zuvor. In dieser Kategorie liegt die Region Trier fünf Prozent über dem landesweiten Schnitt. Ebenfalls positiv ist die durchschnittliche Zimmerauslastung in der Region Trier. Diese liegt bei 58,6 Prozent, das entspricht einer Steigerung von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Aussichten auf die aktuelle Wintersaison sind jedoch verhalten. Insgesamt gehen 63,5 Prozent der Befragten von einer gleichbleibenden Geschäftslage aus. Dringenstes Problem bleibt der Fachkräftemangel. Dies spiegelt sich auch in der IHK-Umfrage. Anne Kathrin Morbach, Tourismusreferentin der IHK Trier: "Der Fachkräftemangel gehört wie bereits im vergangenen Jahr neben den Arbeitskosten zu den größten Risikofaktoren in der Branche." Das Problem ließe sich auch in Zahlen ausdrücken: "Knapp die Hälfte der Betriebe können derzeit offene Stellen längerfristig nicht besetzen, weil sie keine passenden Arbeitskräfte finden."
Während kein Betrieb angegeben hat, Personal mit einem Fachhochschulabschluss zu suchen, haben 66,7 Prozent der Beherbergungsunternehmen einen akuten Bedarf an Kräften ohne abgeschlossene Berufsausbildung und sogar 76,5 Prozent der Gastronomiebetriebe sind auf der Suche nach Personen mit einer dualen Berufsausbildung. Vor allem Berufe wie Köche oder Küchenhelfer werden im gastronomischen Bereich von 84,4 Prozent der Betriebe gesucht. Jeder zweite Betrieb plant inzwischen, Fachkräfte aus dem Ausland und/oder mehr ältere Mitarbeiter einzustellen. Auch können sich mit inzwischen 35 Prozent immer mehr Unternehmen vorstellen, Flüchtlinge zu beschäftigen. "Diesen Schritt sind allerdings erst wenige Betriebe gegangen", sagt Morbach: "Bei nur 7,5 Prozent der Unternehmen zählt ein Flüchtling bereits zu den Arbeitskräften." Mehr als die Hälfte der Unternehmen plant die Einstellung eines Flüchtlings als Helfer. Aber auch dem Bereich Ausbildung wird eine hohe Bedeutung zugesprochen. 43,5 Prozent der Betriebe können sich vorstellen, einen Flüchtling in ihrem Betrieb auszubilden. "Die Beschäftigung bietet sowohl die Chance einen Teil zur erfolgreichen Integrationsarbeit der geflüchteten Menschen beizutragen, als auch dem Fachkräfte- und Nachwuchsmangel in der Hotellerie und Gastronomie entgegenzuwirken", sagt Morbach.Extra

Das Gastgewerbe spielt in der Region Trier eine wichtige Rolle. Etwa 8500 Menschen finden bei den knapp 900 Betrieben in der Region eine sozialversicherungspflichtige Stelle. Etwa eben so viele sind auch noch als Minijobber bei Restaurants, Hotels und Gästebetrieben zeitweise angestellt. Am bedeutsamsten ist der Tourismus im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Dort gibt es auch die meisten Betriebe. 341 Hotels, Gasthäuser, Restaurants, Pensionen oder ähnliches gibt es in Bernkastel-Wittlich, das sind knapp 40 Prozent. Im Landkreis Trier-Saarburg sind es 206 und damit 24 Prozent, im Eifelkreis Bitburg-Prüm 154, im Vulkaneifelkreis 119 und in der Stadt Trier 61 Betriebe. Damit bieten die Betriebe in der Region Trier insgesamt 56 236 Übernachtungsbetten an (inklusive Privatquartiere aber ohne Campingplätze). In ganz Rheinland-Pfalz liegt das Bettenangebot insgesamt bei fast 185 000 Betten. In der Region spielt auch hier der Landkreis Bernkastel-Wittlich die herausragende Rolle: Dort gibt es fast 21 000 Betten für Gäste. Trier-Saarburg könnte gleichzeitig 11 767 Menschen beherbergen, der Vulkaneifelkreis weist 10 526 Betten nach, Bitburg-Prüm kann 8223 und Trier fast 5000 Betten anbieten. hw