DHL Freight: Aus Sehlem in die weite Welt

Logistik : Aus Sehlem in die weite Welt

Aus kleinen Anfängen mit sieben Mitarbeitern entwickelt sich DHL Freight zum regionalen Marktführer im Frachtgeschäft.

Sie haben sich einen Namen gemacht im Großkonzern mit einer halben Million Mitarbeitern weltweit – nicht nur wegen ihrer kickenden Kollegen: „Uns kennt man in ganz Deutschland, auch wenn wir ein eher kleiner Standort sind“, sagt Peter Weber. Er ist seit diesem Jahr der Niederlassungsleiter von DHL Freight in Sehlem (Kreis Bernkastel-Wittlich), einem von insgesamt 36 deutschen Standorten der Frachtsparte von DHL. Gerade erst hat Sehlem das Fußballturnier für deutsche und europäische DHL-Mannschaften im Trierer Moselstadion organisiert – und erfolgreich seinen Titel als DHL-Europameister aus dem Jahr 2018 verteidigt.

Aber die 76 Mitarbeiter sind nicht nur stark am Ball, sondern auch in Sachen Logistik: Aus Sehlem in die weite Welt heißt das Motto. Der Standort gleich an der B 49 und der Autobahnauffahrt Salmtal ist das regionale Drehkreuz für alle Sendungen zwischen 31,5 Kilogramm und 40 Tonnen. Alle Waren, die aus der Region mit DHL Freight transportiert werden oder in die Region kommen, werden in Sehlem umgeschlagen. Zudem ist Sehlem für alle Transporte von und nach Luxemburg zuständig. „Das macht rund 20 Prozent unseres Umschlags aus“, sagt Weber.

Er war 1997 einer der ersten Azubis am Standort, der vor 25 Jahren, am 1. Juli 1994, gestartet war. Zunächst firmierte man unter Denkhaus Spedition Mosel (siehe Extra), ein Jahr später wurde  die Firma von Nedlloyd Unitrans aufgekauft und kam 1999 unter das Dach von Deutscher Post und Danzas, seit 2002 firmiert das Frachtgeschäft (also alle Sendungen ab 31,5 Kilogramm) unter DHL Freight. Mittlerweile werden jährlich rund 400 000 Sendungen in Sehlem bearbeitet – von der Europalette mit Produkten für Baumärkte bis hin zu ganzen Großmaschinen regionaler Industriebetriebe. „Wir sind in unserer Sparte der regionale Marktführer“, sagt Weber. Zu den Kunden zählen zum Beispiel die Bitburger Braugruppe, Papier Mettler oder Benninghoven.

Täglich fahren die LKW (meist Wechselbrückenfahrzeuge) die anderen 35 deutschen Standorte an, dazu kommen tägliche Fahrten nach Frankreich, Belgien, die Niederlande und eben Luxemburg. Aus anfangs sechs eigenen LKW sind mittlerweile 48 Nahverkehrs-LKW geworden, aus 400 Quadratmeter Lagerfläche sind mittlerweile 3500 Quadratmeter geworden. Und DHL Freight würde am Standort Sehlem gerne noch mehr wachsen: „Wie so ziemlich alle Logistikunternehmen suchen wir händeringend nach LKW-Fahrern“, sagt Weber.

Gerade wurde seine Niederlassung zu einer von fünf für ein Pilotprojekt auserkoren. Fünf neue Fahrer wurden eingestellt, die auf fünf umweltfreundlichen Zwölf-Tonner-LKW unterwegs sind – das Besondere an deren Jobs: Sie werden nicht nur als Fahrer angestellt, sondern dann, wenn es nicht so viele Fahrten gibt, in der Verladung und der Umschlaghalle eingesetzt. „So können wir die Spitzenzeiten besser abfedern“, sagt Weber, dessen Standort auch zum Berufskraftfahrer ausbildet. Insgesamt sind 16 der 76 aktuellen Mitarbeiter Azubis, mit sehr guten Übernahmechancen. Am 1. August starten sechs neue Auszubildende in unterschiedlichen Berufen.

Gerhard Heinz (Dritter von links), Birgit Thiel und Stefan Benz (rechts) arbeiten seit 25 Jahren für DHL Freight in Sehlem. Zur Jubiläums-Feier kamen auch die früheren Niederlassungsleiter Peter Knops und Edwin Schneider (von links) sowie ihr aktueller Chef Peter Weber (Zweiter von rechts). Foto: TV/Björn Pazen

„In einer Region, in der es fast Vollbeschäftigung gibt, und wegen der Nähe zu Luxemburg ist es nicht einfach, Fahrer zu finden“, sagt Weber. Der ist froh über die lange Unternehmenstreue seiner Mitarbeiter: Viele sind schon über 20 Jahre hier, wir haben fast keine Fluktuation.“

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