Dicker Auftrag

TRIER. Aufatmen bei der Abfallzweckverbandstochter ART GmbH: Ein Großteil der im ehemaligen Regierungsbezirk eingesammelten gelben Säcke wird auch künftig im Trierer Hafen sortiert. Um die Abfuhr in Trier und Trier-Saarburg wird allerdings hinter den Kulissen noch gepokert. Zwölf Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Die Zeiten, in denen auf dem ART-Betriebsgelände im Trierer Hafen Arbeiter am Fließband standen und den Inhalt der gelben Säcke per Hand sortierten, sind lange vorbei. Seit Ende der 90er-Jahre werden die so genannten Leichtverpackungen, also der Inhalt der gelben Säcke, nahezu vollautomatisch getrennt. 25 Beschäftigte im Drei-Schicht-Betrieb sorgen dafür, dass die Anlage reibungslos und rund um die Uhr läuft. Die beeindruckende Jahresleistung: 20 Millionen gelbe Säcke. Nur etwa ein Fünftel davon kommt aus den Kommunen im ehemaligen Regierungsbezirk Trier. Weil diese Menge aber allein die Anlage nicht auslasten würde, bewirbt sich der Zweckverband bei den regelmäßigen Ausschreibungen des Dualen Systems Deutschland (DSD) auch um die Sortierung "fremder" Säcke. Mit dem Ergebnis, dass im Trierer Hafen auch die Grüne-Punkt-Verpackungen etwa aus Bonn, Wiesbaden oder Düren sortiert werden. Einen dicken DSD-Auftrag hat ART-GmbH-Geschäftsführer Ernst Weires erst gerade wieder an Land gezogen: Die gelben Säcke aus der Stadt Trier und den Kreisen Trier-Saarburg, Bitburg-Prüm und Bernkastel-Wittlich werden auch künftig im Trierer Hafen sortiert - zumindest bis Ende 2009. "Damit sind wir weiter voll ausgelastet", freut sich Weires über den Zuschlag. Unklar ist indes noch, wer in Trier und Trier-Saarburg ab dem 1. Januar 2007 die gelben Säcke einsammelt. Wie schon vor drei Jahren hat sich der Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier beim DSD um die Abfuhr beworben - und den Kürzeren gezogen. Ein Konkurrent war billiger und bekam den Zuschlag. Dass der Bonner Entsorgungsgigant Remondis, um den es sich nach TV-Informationen handelt, ab Januar tatsächlich die gelben Säcke in und um Trier einsammelt, ist damit allerdings noch nicht gesagt. "Wir bemühen uns noch um einen Subunternehmer-Auftrag", sagte ART-Geschäftsführer Maximilian-G. Monzel am Montag dem TV. Ähnliche Klimmzüge machte der Zweckverbands-Geschäftsführer auch schon Ende 2003, als das Ochtendunger Entsorgungsunternehmen Sita-Wagner den Trierern den Auftrag zunächst vor der Nase wegschnappte. Schließlich bekam der regionale Abfallzweckverband doch noch den Zuschlag - als Subunternehmer von Sita-Wagner. Genau so könnte es auch dieses Mal laufen, meinen die Verantwortlichen. "Wir verhandeln noch", sagt Maximilian Monzel. Bekomme der ART den Zuschlag allerdings nicht, müssten Ende des Jahres zwölf Mitarbeiter entlassen werden.