Die Angst geht um

Die Konzerne in Deutschland schwimmen derzeit auf einer Zentralisierungswelle. Telekom, Post und nun auch noch Kabel Deutschland bauen massiv Jobs ab. Die Region Trier gehört dabei zu den großen Verlierern.

Trier. In den vergangenen zehn Tagen haben die Deutsche Telekom und die Deutsche Post mit ihren Schließungsplänen die Region erschüttert. Das Telekom Callcenter mit 120 Mitarbeitern soll in Trier dichtgemacht werden. Nicht besser sieht es bei der Deutschen Post aus. Die möchte ihre IT-Service GmbH von der Mosel abziehen, weitere 78 Arbeitsplätze gehen verloren. Nun verdichten sich zudem Gerüchte, dass Kabel Deutschland den Standort Trier "abknipsen" könnte. Vor wenigen Tagen hat das Unternehmen mitgeteilt, dass man deutschlandweit 300 Stellen streicht.

Konzern-Zentrale: Standortfrage nicht geklärt



Nach unbestätigten TV-Informationen könnten 40 der 70 Arbeitsplätze in Rheinland-Pfalz wegfallen, die meisten (bis zu 20) in Trier. Insgesamt hat Kabel Deutschland in Trier 48 Mitarbeiter.

Ein Unternehmenssprecher sagte gegenüber dem Volksfreund, dass die Standortfrage noch nicht geklärt sei: "Das sind bisher reine Spekulationen, weil es zur Schließung von Standorten noch keinerlei Erkenntnisse gibt." Offiziell hat Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber mitgeteilt, dass "geplant sei, einen Teil der Technik an externe Anbieter auszulagern". Dabei gehe es hauptsächlich um die Wartung von Leitungen und Endstörungsdienste. Derweil geht bei den Mitarbeitern die Angst um, dass ihr Standort dichtgemacht werden soll.

In der Diskussion um das Callcenter der Deutschen Telekom mit 120 Arbeitsplätzen kämpft die Gewerkschaft Verdi weiter um ein Umlenken von Telekom-Chef René Obermann.

"Wir haben das Gefühl, dass die Politiker aus der Region uns zur Seite stehen", sagt Verdi-Sprecher Manfred Fritschen. Ohne dass alle Verantwortlichen vor Ort "an einem Strang ziehen", sieht Fritschen wenig Chancen für Trier. "Die Mitarbeiter haben zwar einen Kündigungsschutz bis 2012. Weil es aber bis Bonn viel zu weit ist, können die Menschen das Angebot nicht annehmen." Für den Verdi-Mann ist das Telekom-Angebot "eine Kündigung durch die Hintertür."

Angst vor weiterem "Streichkonzert"



Laut Verdi-Sprecher Fritschen sei es wichtig, dass die politischen Vertreter der Region dem Konzern nun Einhalt gebieten und für Arbeitsplätze in der Fläche eintreten. "Wir müssen auch in den Bereichen ‚Technischer Service' und ‚Netzproduktion' mit harten Einschnitten rechnen, wenn diese Konzernpolitik weitergeführt wird."