Die beachtliche Karriere der Azubi-Card der IHK

Wirtschaft : Die beachtliche Karriere der Azubi-Card der IHK

Die Azubicard der Industrie- und Handelskammer hat innerhalb kurzer Zeit eine beachtliche „Karriere“ gestartet. Die Trierer Idee zieht inzwischen bundesweite Kreise.

Die Trierer Azubicard hat eigentlich sehr kulturelle Wurzeln. Am Anfang stand das Angebot, dass Azubis für einen Euro das Trierer Theater besuchen können. Sie mussten sich dafür bei ihrem Ausbildungsbetrieb ein Formular unterschreiben lassen und durften den symbolischen Betrag Kultur erleben. „Da geht noch was!“, haben sich die Verantwortlichen bei der Industrie- und Handelskammer Trier gesagt und die Azubicard ins Leben gerufen. „2017 sind die ersten Ideen entstanden und wir haben uns dann überlegt, wie können wir unseren Auszubildenden auch sonst Vorteile verschaffen“, erklärt Sebastian Klipp, Pressesprecher der IHK. Vorbild ist natürlich der Studierendenausweis, der jungen Menschen im Studium so manchen Vorteil bietet.

Die Azubicard soll zumindest in Teilbereichen den jungen Lehrlingen einen Ausgleich schaffen. Im vergangenen Jahr ging dann die IHK Trier mit dem Projekt an den Start. Die Azubicard wurde an alle 5000 Auszubildenden im IHK-Bereich kostenlos verteilt: Was das bringt, kann man auf der Internetseite www.azubicard.de nachlesen. Ermäßigten Eintritt gibt es beispielsweise bei den Basketballspielen der Gladiators, bei den Fußballspielen von Eintracht Trier oder auch in einigen Kinos. Auch wer sportlich unterwegs ist, kann beispielsweise beim Tanzen oder Klettern in der Region einiges sparen.

Auch einige Fastfood-Ketten aus der Region bieten den Azubis spezielle Angebote an. „Die Idee wird super angenommen. Insgesamt 32 Angebote gibt es bereits in der Region“, freut sich Sebastian Klipp. Der Erfolg hat aber auch in der Republik für Aufmerksamkeit gesorgt. Inzwischen haben sich 14 Industrie- und Handelskammern in ganz Deutschland angeschlossen. Unter der Federführung der Trierer Kammer freuen sich inzwischen 200 000 Azubis über die Karte und sie können bundesweit auf 415 Angebote zugreifen. „Die meisten sind natürlich regional, doch auch amazon prime gehört inzwischen dazu“, erklärt Klipp.

Heißt: Azubis bekommen bei dem Onlinehändler die gleichen Konditionen wie Studenten. Und auch wer als Azubi Urlaub in Deutschland macht, kann vielleicht vor Ort ein Schnäppchen machen. So sind die IHK in München, Hamburg oder Potsdam mit dabei. „Auch die Industrie- und Handelskammern aus Mainz und Koblenz bieten ihren Azubis die Karte an. Mit den anderen Kammern im Land laufen Gespräche“, so Sebastian Klipp.

Die Chancen, dass der ÖPNV auch noch vergünstigt oder kostenlos auf die Karte kommt, sieht die IHK allerdings derzeit nicht. Anders als in Hessen gibt es in Rheinland-Pfalz dafür kein Landesbudget.

Info: azubicard.de

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