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Die grünen Motoren des Wirtschaftswunders

Die grünen Motoren des Wirtschaftswunders

Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz hat 57 Meister ermittelt, die 1962 ihre Prüfung vor den damals noch drei Kammern Rheinhessen, Pfalz und Rheinland-Nassau bestanden hatten. 44 von ihnen haben in Bad Kreuznach ihren goldenen Meisterbrief entgegengenommen.

Bad Kreuznach. "Sie stehen für ein Stück Zeit- und Wirtschaftgeschichte des Landes Rheinland-Pfalz", lobte Norbert Schindler, Präsident der Landwirtschaftskammer, die Jubilare, die vor genau 50 Jahren ihren Meisterbrief entgegennehmen konnten. Jetzt erhielten sie aus seinen Händen den goldenen Meisterbrief. "Damit das deutsche Wirtschaftswunder seinen Lauf nehmen konnte, haben die Meister in den Betrieben dafür gesorgt, dass der grüne Sektor der Volkswirtschaft seine Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit ausbaute", erklärte Schindler.
Hannelore Klamm, Vizepräsidentin des Landtages, wies in ihrem Grußwort auf den bevorstehenden 65. Geburtstag des Landes Rheinland-Pfalz hin. Zur Identität des Landes habe vom ersten Tag an Landwirtschaft und Weinbau gehört. "Weck, Worscht un Woi", so die Vertreterin des Landesparlaments, seien landwirtschaftliche Erzeugnisse, die über die Jahre durch ihre Qualität Teil der Kultur des Landes geworden seien. Sie betrachtete den Erhalt guter Rahmenbedingungen für Landwirtschaft und Weinbau als grundsätzliches Anliegen rheinland-pfälzischer Politik.
Europaparlamentarierin Christa Klaß betonte, dass Europa, trotz aller Krisen und trotz aller Probleme, nach wie vor politisch betrachtet ein hohes Gut sei und wirtschaftlich ein boomender Markt, auch ein Agrarmarkt. Der Euro sei eine starke Währung mit weltweitem Ansehen. Die Herausforderung bestehe heute darin, die wirtschaftliche und technologische Spitzenposition Europas weiterzuentwickeln und damit zu sichern.
Landwirtschaftsmeister Ortwin Geib aus dem Donnersbergkreis betonte, mit der Verankerung von Bildung und Qualifikation seien auch das Selbstbewusstsein der Bauern und Winzer und das Bekenntnis zum Berufsstand gewachsen. Nur gut ausgebildete Betriebsleiter hätten die mit dem Strukturwandel verbundenen Aufgaben Betriebsvergrößerung, Spezialisierung oder Diversifizierung erfolgreich bewältigen und die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen an den Nachwuchs weitergeben können.
Im Anschluss an die Verleihung der goldenen Meisterbriefe ehrte die Landwirtschaftskammer Sachverständige, die nach vielen Jahren der Tätigkeit in der Amtlichen Qualitätsweinprüfung aus diesem ehrenamtlichen Dienst ausscheiden.
Folgende Meister aus der Region wurden von der Landwirtschaftskammer auszeichnet:
Landwirtschaftsmeister: Matthias Commes, Speicher (Eifelkreis Bitburg-Prüm); Albert Eich, Weinsheim (Eifelkreis Bitburg-Prüm); Matthias Meyer, Oberbettingen (Vulkaneifelkreis)
Winzermeister: Günther Ziebell, Kenn (Kreis Trier-Saarburg)
GeehrteSachverständige im Weinbau: Hans-Bernd Pütz, Bernkastel-Kues (Kreis Bernkastel-Wittlich); Wolfgang Simon, Schweich (Trier-Saarburg). red