Die Job-Füxe sollen's richten

Die Job-Füxe sollen's richten

MAINZ/TRIER. Die rheinland-pfälzische Landesregierung will Trierer Hauptschülern helfen, die eine Lehrstelle suchen. Arbeitsministerin Malu Dreyer kündigte in Mainz an, verstärkt "Job-Füxe" einzusetzen, die Schüler, Eltern und potenzielle Ausbildungsbetriebe besser miteinander vernetzen.

Dreyer reagierte damit auf den Hilferuf der Leiter aller acht Trierer Hauptschulen, die darauf hingewiesen hatten, dass in diesem Jahr nicht einmal jeder fünfte ihrer Schüler trotz Hauptschul-Abschluss nach der Entlassung eine Lehre beginne. Man nehme die von den Lehrern geschilderten Probleme "sehr ernst", versicherte die Ministerin. Das Arbeitsministerium habe sofort seine Unterstützung angeboten und zwischenzeitlich ein Gespräch mit den Sprechern der Schulleiter sowie der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) geführt. Darin seien "sowohl strategische Vorgehensweisen als auch sofort wirksame Möglichkeiten" erörtert worden, wie man den bislang noch unversorgten Schülerinnen und Schülern eine berufliche Perspektive eröffnen könne. Das Ministerium verweist auf landesweite Angebote für Jugendliche in Hauptschulen wie das Programm "Neue Chancen: 6000 plus für Jung und Alt", die künftig noch effektiver funktionieren sollen. Zu diesem Zweck hat Ministerpräsident Kurt Beck eigens eine Ministerrunde eingerichtet. Für die Trierer Hauptschulen setzt das Arbeitsministerium auf so genannte Job-Füxe. Das sind Experten, die Jugendlichen in den abschlussnahen Jahrgängen insbesondere an Hauptschulen mit gezielten Einzelfallhilfen, Berufsorientierung, Bewerbungstraining, Unterstützung bei der Lehrstellensuche und der Vermittlung von Praktika zur Seite stehen. Gleichzeitig ist der Job-Fux Ansprechpartner für Eltern und Ausbildungsbetriebe. In anderen Regionen in Rheinland-Pfalz arbeiten Job-Füxe nach Einschätzung von Ministerin Dreyer "bereits mit großem Erfolg". Ein Musterprojekt läuft beispielsweise in Mainz, allerdings unter erheblicher finanzieller Beteiligung der Stadt. Ohne Engagement der Kommune dürfte ein vergleichbares Projekt auch in Trier kaum möglich sein. Auch Markus Kleefisch, Ausbildungs-Experte bei der Industrie- und Handelskammer, hält den vom Ministerium vorgeschlagenen Ansatz für sinnvoll. Es sei schon länger eine Forderung der Kammern, "die Beratungs-Basis in den Schulen zu verbessern". Über die Job-Füxe hinaus kündigt das Ministerium weiterführende Gespräche und Workshops an, um der schwierigen Situation der Trierer Hauptschulabgänger zu begegnen. Ministerin Dreyer verspricht, "alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten noch einmal genau auszuloten und zu bündeln". Für die Schulabgänger, die bislang noch keinen Ausbildungsplatz finden konnten, empfiehlt das Ministerium, die Möglichkeiten zu nutzen, die in den im Sommer und Herbst laufenden Ausbildungsplatzbörsen und dem im Oktober stattfindenden "Chancengarantietag" der Kammern liegen. Auch IHK-Experte Kleefisch verspricht, an diesem Tag "alle Ausbildungsfähigen und -willigen unter die Fittiche zu nehmen". Allerdings müsse "auch klar sein: Wer da nicht kommt, dem können wir nicht mehr helfen".

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