| 16:34 Uhr

Großregion
SaarLB: Von Trier aus Luxemburg im Blick

 Melanie Schmitz, Leiterin des Marktteams Trier-Luxemburg und Julia Bräutigam (von links) stehen den Kunden fortan in Trier zur Verfügung.  Thomas Bretzger, Vorstandsvorsitzender (rechts) und Vertriebsvorstand Frank Eloy (Zweiter von rechts) und Christian Neumann (Dritter von rechts) freuen sich über den neuen Standort an der Mosel, vom dem aus auch Kunden in Luxemburg und Trier verstärkt betreut werden sollen.
Melanie Schmitz, Leiterin des Marktteams Trier-Luxemburg und Julia Bräutigam (von links) stehen den Kunden fortan in Trier zur Verfügung.  Thomas Bretzger, Vorstandsvorsitzender (rechts) und Vertriebsvorstand Frank Eloy (Zweiter von rechts) und Christian Neumann (Dritter von rechts) freuen sich über den neuen Standort an der Mosel, vom dem aus auch Kunden in Luxemburg und Trier verstärkt betreut werden sollen. FOTO: TV / Heribert Waschbüsch
Trier/Luxemburg. In Trier gibt es wieder eine Landesbank. Die SaarLB hat eine Außenstelle eröffnet, ein Brückenkopf für Geschäfte in der Region und in Luxemburg. Von Heribert Waschbüsch
Heribert Waschbüsch

In Zeiten, in denen immer mehr Banken Filialen schließen, setzt die Saar Landesbank (SaarLB) auf Expansion. Gestern hat die kleinste der fünf deutschen Landesbanken eine Dependance in Trier eröffnet.

„Trier ist ein sehr attraktiver Standort und gleichzeitig wichtiges Zentrum der Großregion. Das passt hervorragend zu unserer Geschäftsstrategie, mit der wir grenzüberschreitend neben Frankreich jetzt auch Richtung Luxemburg tätig sind“, sagte der SaarLB-Vorstandsvorsitzende Thomas Bretzger im Rahmen eines Pressegesprächs in den neuen Räumen der Bank am Nikolaus-Koch-Platz 4.

Doch wer nun als Privatkunde bei der SaarLB vorbeischauen möchte, wird enttäuscht. Die SaarLB hat sich klar positioniert: Neben dem klassischen Firmenkundengeschäft begleitet die SaarLB Kunden im Immobilien-, Kommunal- und Projektfinanzierungsgeschäft, wobei ein Fokus auf erneuerbaren Energien mit Windparks und Solaranlagen liege.

Typische Kunden sind regionale Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund 20 Millionen, die über die Grenzen in der Großregion aktiv werden. SaarLB-Vertriebsvorstand Frank Eloy: „Wir haben uns auf die Betreuung von Kunden aus dem Mittelstand konzentriert. Mit unserem neuen Vertriebsbüro in Trier setzen wir konsequent unsere Strategie ,Kompetenz vor Ort’ in der Großregion Saarland, Rheinland-Pfalz, Nord-Baden, Grand-Est und Luxemburg fort.“ Die SaarLB unterhalte bereits seit Jahren erfolgreiche Geschäftsverbindungen zu Kunden aus dem Großraum Trier; durch die Präsenz vor Ort sollen diese Geschäftsaktivitäten zu mittelständischen Firmenkunden in der Region Trier, Eifel, Hunsrück und Luxemburg ausgeweitet werden.

Die Landesbank hat sich in den vergangenen Jahren als deutsch-französische Regionalbank positioniert. 2017 erzielte die Bank eine Bilanzsumme von 14,4 Milliarden Euro, und sie beschäftigt rund 540 Mitarbeiter. Rund 100 Mitarbeiter gehören zur Bausparkasse LBS Saar  als Tochter der Bank. Das Vorsteuerergebnis lag 2017 bei 50,5 Millionen Euro.

Die starke Ausrichtung auf die deutsch-französische Grenzregion hat ihre Gründe. Die saarländische Landesbank hat traditionell den französischen Markt im Blick. Und als die 1941 gegründete SaarLB 2002 unter das Dach der BayernLB (sie übernahm 75,1 Prozent der Anteile) kam, konzentrierte sich die SaarLB weiter auf den deutsch-französischen Markt, während die BayernLB einen Ableger in Luxemburg hatte.

Mit der Mutter baute die SaarLB ihre Frankreichpräsenz aus, eröffnete 2004 eine Zweigstelle in Metz, 2007 eine Außenstelle in Straßburg und eine in Paris. Inzwischen kommen rund 43 Prozent des Kreditvolumens aus Frankreich und die Hälfte des Ergebnisses.

Seit einigen Jahren ist die Landesbank wieder stärker im Saarland verankert, 2010 beteiligte sich das Land an der LB und seit 2014 hält das Bundesland 74,9 Prozent der Anteile. 25,1 Prozent verbleiben weiterhin beim Sparkassenverband Saar. Der Ausbau in der Großregion wurde auch 2017 vorangetrieben. Von der neuen Außenstelle in Mannheim soll dort der deutsch-französische Raum beackert werden. Vertriebsvorstand Frank Eloy: „Eine besondere Qualität haben wir bei der Begleitung deutscher Investoren nach Frankreich und umgekehrt.“ Diese Aktivitäten wurden Anfang des Jahres durch den Pôle Franco-Allemand weiter ausgebaut, ein Netzwerk, bei dem Investoren rundum betreut werden sollen.

Mit Trier als Brückenkopf möchte die SaarLB diese Spezialisierung nun auch in Richtung Luxemburg anbieten.  Melanie Schmitz, Leiterin des Marktteams Trier-Luxemburg der SaarLB: „Wir erstellen passgenaue Angebote und können unseren Kunden alle erforderlichen Bankdienstleistungen anbieten, von der klassischen Kreditfinanzierung bis hin zu Schuldscheindarlehen und Außenhandelsfinanzierungen.“

Bei Großprojekten soll das auch über sogenannte Syndizierungen geschehen, bei der die SaarLB auch andere Institute einbindet und beteiligt.