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Die Realität ist besser, als es die Erwartungen vermuten ließen

Die Realität ist besser, als es die Erwartungen vermuten ließen

Die Wirtschaft in der Region Trier ist in den vergangenen Jahren schlagkräftiger geworden. Sie wächst von innen heraus und zeigt sich auch aktuellen Krisentendenzen gegenüber als wenig anfällig. Folglich rechnet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier für 2012 mit einer stabilen Konjunktur.

Trier. Manchmal erfüllen sich Prophezeihungen doch nicht von selbst. Gut für die Wirtschaft in der Region Trier, denn sonst ginge es Betrieben und ihren Beschäftigten weitaus schlechter als es die Realität hergibt. Denn noch im Herbst 2011 gingen laut der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier nur 20 Prozent der aktuell 164 befragten Betriebe von einer besseren Geschäftserwartung aus. Tatsächlich berichten zu Jahresbeginn 2012 jedoch genau die Hälfte der Unternehmen (50 Prozent) von einer guten Geschäftslage. "Manchmal verwirren die Aussagen zu Konjunktur und Klima die Betriebe", erklärt IHK-Präsident Peter Adrian das scheinbar irrationale Verhalten der Betriebe in der Region. Deshalb bewerte die Wirtschaft die Zukunft schon mal schlechter, als es die Lage hergebe.
Tatsächlich ist die Konjunktur zwischen Eifel, Mosel und Hunsrück bei den rund 30 000 IHK-Betrieben und ihren 90 000 Beschäftigten stabil, befindet sich rein statistisch in einer Boom-Phase. "Der Klima-Indikator liegt mit 120 weiterhin auf einem hohen Niveau", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel. Die Geschäftslage habe sich sowohl in der Industrie, als auch im Handel und bei den Dienstleistungen gegenüber der Befragung im Herbst 2011 verbessert. Die Umsätze seien gestiegen, und für dieses Jahr rechnet die Kammer mit höheren Investitionen und einer Zunahme der Beschäftigung. Die Prognose der IHK: 2012 liegt die Arbeitslosigkeit im Schnitt unter vier Prozent, rund 500 zusätzliche Stellen werden in der Region geschaffen.
Besonders auffällig dabei: Die Wirtschaft in der Eifel und an der Mosel hat sich in den vergangenen Jahren im Vergleich zum Bundestrend als sehr robust erwiesen. "Die Wirtschaftsstruktur ist eine sehr gute", sagt Rössel. Folglich spiele der Auftragsmarkt Luxemburg zwar noch eine Rolle, sei aber nicht mehr die Ursache für eine gute Konjunktur und Umsatzzuwächse bei immerhin 58 Prozent der Betriebe. "Die Region entwickelt sich von innen heraus", lobt Rössel. Rezessionsängste sieht die Kammer derzeit jedenfalls als unbegründet an. Auch wenn die befragten Betriebe erwarten, dass die wirtschaftliche Aktivität etwas nachlässt, so rechnen die Unternehmen in diesem Jahr vor allem mit Exportsteigerungen.
Risiken sehen die Betriebe in der europäischen Staatsschuldenkrise und den gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten. "Es geht vor allem um sie Folgen aus der Energiewende im Land Rheinland-Pfalz", erläutert Präsident Adrian. Denn einige Betriebe hätten durchaus Angst um ihre Versorgungssicherheit: "Und diese Ängste sind nicht trivial. Hier geht es um viel Geld für die Betriebe."