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Die Stadtwerke arbeiten mit regenerativen Energien

Energiewirtschaft : Trier wird klimaneutral mit Wasser versorgt

Mit Wasserkraft und Photovoltaik: Die Stadtwerke Trier nutzen regenerative Energien, um das Trinkwasser aus der Riveris-Talsperre zu den Verbrauchern zu transportieren.

Um das Rohwasser aus der Riveris-Talsperre aufzubereiten und zu den Kunden zu bringen, brauchen die Stadtwerke Trier (SWT) viel Energie. Um nachhaltig und ressourcenschonend zu arbeiten, haben sie daher in den vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen ergriffen, um diesen Bedarf zu reduzieren und das, was an Strom benötigt wird, aus erneuerbaren Energien selbst vor Ort zu erzeugen. „Unterm Strich schaffen wir es inzwischen, Trier klimaneutral mit Wasser zu versorgen“, sagt Christian Girndt, der Leiter der Wasserwerke bei den Stadtwerken Trier (SWT). „Durch den Einsatz effizienter Technik, dezentraler Erzeugungsanlagen und künstlicher Intelligenz wollen wir diesen Bedarf mit eigenen, regenerativen Erzeugungsanlagen vor Ort selbst decken“, ergänzt Girndt.

Die vielfältigen Erfahrungen in Sachen Eigenerzeugung und die geografischen Voraussetzungen in Trier sorgen laut den SWT für eine gute Ausgangssituation: Für Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung des Trinkwassers benötigen die Stadtwerke im Mittel rund 1,7 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Die größten Energieverbraucher sind dabei das Wasserwerk Irsch mit rund  450 000 Kilowattstunden pro Jahr und das Pumpwerk Irsch mit rund 630 000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Die restliche Energiemenge verteilt sich auf weitere 22 Pumpwerke und Hochbehälter. „Um unser Trinkwasser klimaneutral zu liefern, haben wir eigene Erzeugungsanlagen gebaut, deren Energie wir direkt vor Ort nutzen“, sagt Girndt.

Das Wasserwerk Irsch verfügt bereits seit dem Bau in den 50er Jahren über zwei Turbinen, welche den Höhenunterschied des Wassers zwischen Talsperre und Wasserwerk zur Stromerzeugung nutzen und rund eine Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. In den vergangenen Jahren haben die SWT drei Pumpturbinen in Olewig sowie eine rückwärts laufende Pumpe an der Riveristalsperre zur Bacheinspeisung in Betrieb genommen. Hinzu kommen aktuell vier Photovoltaikanlagen (PV): auf dem Dach des Wasserwerkes Irsch, auf dem Pumpwerk Filsch und den Hochbehältern Galgenberg und Tarforst. Zusammen erzeugen die neu gebauten dezentralen Erzeugungsanalagen weitere 303 000 kWh saubere Energie. In Summe werden aktuell über 90 Prozent des Eigenbedarfs an Strom durch regenerative Energie erzeugt. Weitere PV-Anlagen sind in Planung, um das 100-Prozent-Ziel zu erreichen.

Um diese Energie möglichst effizient zu nutzen, nutzen die SWT ihre 20 Hochbehälter nicht nur als Wasser- sondern auch als Energiespeicher. „Bisher wurden sie rein nach Wasserbedarf geführt. Das heißt: nachts gefüllt und während des Tages gemäß dem Verbrauch der Stadt entleert. Jetzt befüllen wir die Behälter, wenn Überschussstrom aus regionalen erneuerbaren Energien vorhanden ist“, erläutert Girndt.

Trinkwasser in Trier Foto: TV/Schramm, Johannes

Für die komplexe Steuerung der einzelnen Stellschrauben haben die SWT aktuell ein künstliches neuronales Netz (KNN) aufgebaut. Es berücksichtigt nicht nur aktuelle Wasserstände, sondern auch Erzeugungs- und Verbrauchsdaten sowie Wetterprognosen zur Abschätzung der anfallenden Stromerzeugung und des Wasserverbrauchs. „Dank des Zusammenspiels aus effizienter Technik, dezentraler Erzeugung und künstlicher Intelligenz können wir in Kürze die Menschen in Trier und der Region mit klimaneutralem Trinkwasser beliefern“, freut sich Girndt.