1. Region
  2. Wirtschaft

Die Stimmung in der Region hellt sich etwas auf

IHK-Blitzumfrage : Regionale Wirtschaft: Ein wenig Optimismus kehrt zurück

Es ist bereits die vierte Blitzumfrage, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) seit Beginn des Lockdowns unter der regionalen Wirtschaft durchführt: Zum ersten Mal gibt es dabei vermehrt positive Rückmeldungen.

Die Corona-Krise hat Gewinner und Verlierer hervorgebracht. Das zeigt auch die jüngste Umfrage der Trierer Wirtschaftskamm unter ihren Mitgliedsbetrieben.

Die Unterschiede bei der Bewertung der allgemeinen Lage ist immer noch groß, doch ein wenig verändert sich das Stimmungsbild in Richtung Normallage.

Aktuell bewertet fast jedes vierte Unternehmen seine Lage als gut, 46 Prozent sehen die Situation als befriedigend an und immer noch sieht jede dritte Firma die Geschäftssituation als schwierig an. Der Blick in die Branchen ist bei dieser Einschätzung nicht überraschend: „Am ­düstersten sieht es in der Reisewirtschaft und im Gastgewerbe aus, deutlich bessere Geschäfte machen viele Dienstleister und das Baugewerbe.

Etwa drei Viertel aller Befragten geht allerdings davon aus, dass der Umsatz im Gesamtjahr sinken wird; mehr als ein Drittel fürchtet sogar Umsatzrückgänge von mehr als 25 Prozent“, sagt IHK-Chefvolkswirt Matthias Schmitt.

Die Lage ist also weiterhin ernst. 63 Prozent der Betriebe berichten von einem Nachfragerückgang und mehr als jedes dritte Unternehmen hat mit stornierten Aufträgen zu kämpfen. Mehr als ein Drittel beklagt Liquiditätsengpässe und einen Rückgang des Eigenkapitals.

Und jedes zehnte regionale Unternehmen befürchtet sogar eine Insolvenz.

Doch ein wenig Hoffnung keimt auf, dass die Talsohle erreicht sein könnte. „Unter einem totalen oder weitgehenden Stillstand der geschäftlichen Tätigkeit leiden aktuell elf Prozent, Anfang Mai waren es noch fast dreimal so viele“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer. Die Lage ist also weiter angspannt, doch bei der Wirtschaft kommt ein erster Hauch von Optimismus auf, wenn es um die weitere Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten geht: „Der Anteil von Optimisten und Pessimisten hält sich aktuell die Waage. Bei unserer Konjunkturumfrage Ende Mai gab es nur 13 Prozent Optimisten, aber 41 Prozent Pessimisten. Wir haben die Talsohle jetzt wohl durchschritten“, denkt IHK-Experte Matthias Schmitt.

Bis die regionale Wirtschaft allerdings wieder das Vorkrisenniveau erreichen wird, ist es noch ein langer Weg, glauben die Unternehmer. Ein Viertel der regionalen Betriebe arbeitet wieder auf dem Niveau der Vorkrisenauslastung. Mit einer Normalisierung ihrer Geschäftslage im zweiten Halbjahr rechnen 20 Prozent (Anfang Mai: 33 Prozent). Etwa jeder Dritte geht erst im Verlauf von 2021 von einer Rückkehr zur Normalität aus, jeder Zehnte glaubt, es dauere noch länger und 5 Prozent erwarten für sich gar keine Rückkehr mehr zum Vorkrisenniveau.

An der vierten IHK-Blitzumfrage in der Corona-Krise haben sich 140 Firmen beteiligt.